Article List

Allgemein
Gesundheitssystem

Polikliniken in der DDR – Herzstück der ambulanten Versorgung

Von der Nachkriegsnot zum neuen Modell Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die gesundheitliche Lage in der sowjetischen Besatzungszone dramatisch: Seuchen wie Tuberkulose, Ruhr oder Typhus, hohe Säuglingssterblichkeit, Mangelernährung und zerstörte…
Allgemein
Allgemein
Alltag
Gesundheitssystem
Phase 1 - 1945–1949
Phase 2 – 1950–1959
Staat und Psychiatrie
Staat und Psychotherapie

Die Ärzteschaft in der SBZ/DDR

Mit dem Ziel einer umfassenden Verstaatlichung des Gesundheitswesens sowie dem Aufbau von Polikliniken und Ambulatorien musste sich das traditionelle ärztliche Berufsbild nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Osten Deutschlands grundlegend wandeln.…
Allgemein
Gesundheitssystem
Hauptkategorien

Bezirksärzte in der DDR – Schaltstellen zwischen Medizin und Macht

Schnittstelle von Staat und Gesundheitswesen Bezirksärzte nahmen in der DDR eine herausgehobene Position ein. Angesiedelt beim Rat des Bezirkes, waren sie das Bindeglied zwischen dem Gesundheitsministerium und den regionalen Einrichtungen. Ihre Weisungsbefugnis…
Allgemein
Allgemein
Gesundheitssystem
Phase 1 - 1945–1949

Nachkriegssituation

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Lage im Osten Deutschlands katastrophal. Die Menschen litten unter Mangelernährung, die hygienischen Zustände waren schlecht, es fehlten Ärzte und klinische Einrichtungen. Tuberkulose, Durchfallerkrankungen, Fleckfieber und Poliomyelitis…
Allgemein
Gesundheitssystem

Hinter der Fassade - Die Krise des Gesundheitswesens gegen Ende der DDR

Dauerhafte Engpässe und strukturelle Defizite Das Gesundheitswesen der DDR wurde nach außen stets als Vorzeigeprojekt des Sozialismus präsentiert: kostenfreie Behandlung für alle, ein dichtes Netz von Polikliniken und konsequente Vorsorge. Die Realität…
Allgemein
Psychologie

Psychophysiologische Geheimnisse: Lügendetektoren und Sprachanalysen bei der Stasi

Unerwartete Forschung im Dienste der Staatssicherheit Wenn man an die Staatssicherheit denkt, kommen einem Spitzelberichte, Observationen oder abgehörte Telefonate in den Sinn. Weniger bekannt ist, dass das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) auch…
_Position
Allgemein
Allgemein
Gesundheitssystem
Hauptkategorien
Klinisches Personal

Kurt Hager

Kurt Hager – Gesundheitspolitik unter ideologischer Aufsicht Kurt Hager gehörte seit den 1950er-Jahren zur obersten Führungsriege der SED und war von 1955 bis 1989 Sekretär des Zentralkomitees für Wissenschaft, Bildung und Kultur.…
Allgemein
Allgemein
Gesellschaften
Gesundheitssystem
Hauptkategorien
Staat und Psychiatrie
Staat und Psychotherapie

Dr. Lothar Rohland

SED-Parteisoldat kontrolliert den medizinischen Wissenschaftsbetrieb Lothar Rohland war als Direktor des Generalsekretariats der medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaften beim DDR-Ministerium für Gesundheitswesen eine Schlüsselfigur der SED. Er setzte die Parteilinie im medizinischen Wissenschaftsbetrieb durch und…
Allgemein
Gesundheitssystem

Zwei Gesundheitskonferenzen – Aufbruch und Abgesang

Aufbruch 1960 Die erste Nationale Gesundheitskonferenz der DDR im Februar 1960 in Weimar markierte eine Zäsur. Während die Jahre seit 1945 vor allem vom Wiederaufbau nach Krieg und Besatzung geprägt waren, trat…
Allgemein
Alltag
Gesundheitssystem
Hauptkategorien
Psychiatrie
Staat und Psychiatrie
Themen

Die Abteilung Gesundheitspolitik des ZK der SED

Kurz nach ihrer Gründung im Jahr 1946 richtete die SED beim Parteivorstand eine Abteilung für das Gesundheitswesen ein. In den folgenden Jahren gab es mehrere Umstrukturierungen, bei denen das Gesundheitswesen mit anderen…
Allgemein
Gesundheitssystem

Die Entwicklung des DDR-Gesundheitswesens in ihren einzelnen Phasen

1945 – 1949: Wiederaufbau unter kritischen Bedingungen Mit dem Kriegsende 1945 beginnt in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) der Wiederaufbau eines Gesundheitswesens. Es fehlt allerdings zunächst an allem: Die Menschen leiden unter Mangelernährung,…
Allgemein
Gesundheitssystem
Psychiatrie

Der Bundesnachrichtendienst und der politische Missbrauch in der Psychiatrie der DDR

Seit den 1970er-Jahren stand der politische Missbrauch der Psychiatrie international im Fokus – ausgelöst durch die skandalösen Praktiken in der Sowjetunion. Bald fiel auch der Blick auf die DDR: Gab es dort ebenfalls eine „Politpsychiatrie“? In westdeutschen Medien wurde dies wiederholt behauptet.
_Position
Allgemein
Allgemein
Gesundheitssystem
Hauptkategorien
Klinisches Personal

Prof. Dr. med. habil. Kurt Winter

Arzt, Gesundheitspolitiker und Kommunist Kurt Winter war einer der einflussreichsten Ärzte und Gesundheitspolitiker in der DDR. Frühzeitig in der NS-Zeit aus Deutschland emigriert lernte er im spanischen Bürgerkrieg und in der Emigration…

Person List

 Prof. Dr. sc. med. habil. Heinz Gebelt
1973 wurde Heinz Gebelt für seine Verdienste um das staatliche Gesundheitswesen…
Dipl.-Psych. Dr. rer. nat. habil. o. Prof. Hans-Dieter Rösler
Hans-Dieter Rösler galt als eine der zentralen Schlüsselfiguren für Klinische…
Dipl.-Psych. Dr. sc. phil. Norbert Göth
Norbert Göth ist Psychotherapeut und war in der DDR Beauftragter…
Doz. Dr. rer. nat. habil. Helga Hess
Helga Hess war als klinische Psychologin in der Psychotherapeutischen Abteilung…
Dr. Ehrig Wartegg
Ehrig Wartegg war ein Psychologe, der der Leipziger Schule der…
Dr. Irene Misselwitz
Zeitzeugenvideos Frau Dr. Misselwitz ist Fachärztin für Psychiatrie, Neurologie sowie…
Dr. Karl-Heinz Bomberg
Porträt 1955geboren in Creuzburg/Thüringen1975-1980Medizinstudium in Leipzig mit anschließender Promotion1981Hospitation bei…
Dr. Lothar Rohland
SED-Parteisoldat kontrolliert den medizinischen Wissenschaftsbetrieb Lothar Rohland war als Direktor…
Dr. med. Agathe Israel
 Agathe Israel beteiligt sich zu DDR-Zeiten an der Anwendung der…
Dr. med. Anneliese Toedtmann
Frauenärztin an der Spitze des Gesundheitsministeriums Ab 1972 war Anneliese…
Dr. med. Eduard Richard Alexander Beerholdt
Alexander Beerholdt gilt als einziger ärztlicher Psychoanalytiker Leipzigs, der nach…
Dr. med. Erich Drechsler
Erich Drechsler stammte aus einer sozialdemokratischen Familie und war Zeit…
Dr. med. Frank Bartuschka
Frank Bartuschka ist Psychotherapeut und leitete ab der Wendezeit als…
Dr. med. Gerda Jun
Gemeinsam mit den Familien: Aufbau rehabilitativer Hilfen Gerda Jun engagierte…
Dr. med. habil. Hans Eichhorn
Reformen, Ambivalenzen und Grenzen in der DDR-Psychiatrie Hans Eichhhorn gehört…
Dr. med. habil. Rolf Walther
Psychiater und Reformer Rolf Walther gehört zu den wichtigsten Sozialpsychiatern…
Dr. med. Hans-Joachim Maaz
Zeitzeugenvideos Begründer der Psychodynamischen Einzeltherapie Hans-Joachim Maaz gilt als Begründer…
Dr. med. Herbert Gerhard Loos  
Psychiater und Aufklärer Herbert Loos gehört zu den Psychiatern, die…
Dr. med. Hermann Nobbe
Anstaltspsychiater mit wissenschaftlichen Ambitionen Hermann Nobbe wird in der Zeit…
Dr. med. Hette Lammert
Referatsleiterin für Psychiatrie im DDR-Gesundheitsministerium Hette Lammert war eine kommunistische…
Dr. med. Horst Berthold
Psychiater und Reformer Horst Berthold gehört zu den wenig bekannten…
Dr. med. Inge Brüll
Porträt 1940geboren1958-1964Medizinstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin1965-1980Tätigkeit am Institut für…
Dr. med. Irene Blumenthal
Impulsgeberin für Enttabuisierung und Entstigmatisierung Irene Blumenthal war eine bedeutende…
Dr. med. Liese-Lotte Eichler
Liese-Lotte Eichler gehört zu den wichtigsten Sozialpsychiatern in der DDR.…
Dr. med. Ludwig Drees
Ludwig Drees war Facharzt für Neurologie/Psychiatrie und stellvertretender Vorsitzender der…
Dr. med. Margit Venner
Zeitzeugenvideos Margit Venner gilt als Mitentwicklerin eines Gruppenmodells für die…
Dr. med. Paul Franke
Paul Franke arbeitet zunächst als Gynäkologe und widmet sich dann…
Dr. med. Ulrich Bahrke
Porträt 1955geboren 1976-1982Medizinstudium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU-H)1982-1987Weiterbildung zum Facharzt…
Dr. med. Wilhelm Bender
Durchs Raster der Justiz gerutscht Wilhelm Bender kann seine ärztliche…
Dr. phil. Anita Wilda-Kiesel
Zeitzeugenvideos Dr. Anita Wilda-Kiesel wirkt ab 1971 an der Etablierung…
Dr. phil. Dipl.-Psych. Hermann Fried Böttcher
 Hermann Böttcher ist Fachpsychologe der Medizin und war zu DDR-Zeiten…
Dr. phil. Dipl.-Psych. Michael J. Froese
Zeitzeugenvideos Porträt 1947geborenStudium der Psychologie und Sozialpsychologie in Berlin und…
Dr. phil. habil. Christoph Schwabe
Zeitzeugenvideos Christoph Schwabe gründet 1992 die „Akademie für angewandte Musiktherapie…
Dr. phil. Infrid Tögel
Infrid Tögel war Fachpsychologe der Medizin und engagierte sich in…
Dr. sc. med. habil. Christa Marianne Dorothea Kohler (geb. Rappe, gesch. Hoppe)   
Christa Kohler kann zu den wichtigsten DDR-Psychotherapie-Akteurinnen gezählt werden. In…
Dr. Werner Dummer
Werner Dummer war maßgeblich mit an der Verbreitung der Verhaltenstherapie…
Hans Hiebsch
Hans Hiebsch gehörte zu den ersten, die in der DDR ausgebildet, zu internationaler Anerkennung gelangten.
Kurt Gottschaldt
Gottschaldt war erster Leiter des Instituts für Psychologie der Humboldt-Universität Berlin.
Kurt Hager
Kurt Hager – Gesundheitspolitik unter ideologischer Aufsicht Kurt Hager gehörte…
Luitpold Steidle
Vom Kriegsbefürworter und Offizier zum DDR-Gesundheitsminister Steidle stammte aus einer…
Max Sefrin
Ein Kaufmann an der Spitze der DDR-Medizin Mit 45 Jahren…
MR Dr. med. Heinz Benkenstein
Heinz Benkenstein war Chefarzt im Bezirkskrankenhaus Hildburghausen und entwickelte nach…
OMR Dr. med.  Hans Marchand
Dr. Hans Marchand war parteipolitisch in der DDR tätig und…
OMR Dr. med. Gerhard di Pol
Gerhard di Pol war am Aufbau einer Psychotherapieeinrichtung in der…
OMR Dr. med. Hans Walter Crodel
Hans Walter Crodel war Internist und lange Zeit Chefarzt des…
OMR Dr. sc. med. Kurt Höck
Kurt Höck war Wissenschaftler und Facharzt für Innere Medizin und…
OMR Prof. Dr. med. Gerhard Klumbies
Gerhard Klumbies war Pionier der Psychosomatik in der DDR. Gemeinsam…
OMR Prof. Dr. med. habil. Harro Wendt
Harro Wendt wirkte in Leipzig unter Dietfried Müller-Hegemann in der…
PD Dr. sc. med. Christoph Seidler
Zeitzeugenvideos Seine Ausbildung zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie durchläuft…
Prof. Dr. med, Dr. rer. pol. Jürgen Ott
Jürgen Ott gründete die erste psychoanalytisch orientierte Selbsterfahrungsgruppe in der…
Prof. Dr. med. Alexander Mette
Mette – mehr als nur Blättchen Alexander Mette entstammte einer…
Prof. Dr. med. Bernhard Schwarz
Bernhard Schwarz vereinte in seiner Arbeit neurobiologische, sozialpsychiatrische und sozialtherapeutische…
Prof. Dr. med. Dietfried Müller-Hegemann
Marxistisch-leninistischer Musterschüler der Psychiatrie und Psychotherapie in der DDR Dietfried…
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Werner König
Werner König bemüht sich zu DDR-Zeiten um die ärztliche Weiterbildung…
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Maxim Zetkin
Kommunist, Arzt, mächtiger Gesundheitspolitiker der DDR Maxim Zetkin entstammte einer…
Prof. Dr. med. Dr. phil. Richard Arwed Pfeifer
Richard Arwed Pfeifer war ein bedeutender Hirnforscher und Nervenarzt, der…
Prof. Dr. med. Ehrig Lange
Reformer und engagierter Forscher für die Suizidprävention Ehrig Lange war…
Prof. Dr. med. Franz Günther von Stockert
Franz Günther Ritter von Stockert war ein international bekannter Psychiater…
Prof. Dr. med. habil. Erdmuthe Fikentscher
Zeitzeugenvideos Erdmuthe Fikentscher ist zunächst als Oberärztin und Dozentin tätig…
Prof. Dr. med. habil. Kurt Winter
Arzt, Gesundheitspolitiker und Kommunist Kurt Winter war einer der einflussreichsten…
Prof. Dr. med. Hans Heygster
Hochschullehrer in Notzeiten Nach 1945 übernahm Hans Heygster kommissarisch die…
Prof. Dr. med. Hellmuth Kleinsorge
Hellmuth Kleinsorge ist unter anderem als Gründer und Direktor der…
Prof. Dr. med. Helmut Rennert
Führender Fachverteter der universitären Psychiatrie in der DDR Helmut Rennert…
Prof. Dr. med. Johannes Suckow
Zwischen "Euthanasie" und Sozialpsychiatrie Johannes Suckow gehört zu jener Generation…
Prof. Dr. med. Karl Leonhard
Wegbereiter der modernen Psychiatrie in der DDR Karl Leonhard zählt…
Prof. Dr. med. Klaus Weise
Praxisverbundener Hochschullehrer für Psychiatrie Klaus Weise gilt als zentrale Persönlichkeit…
Prof. Dr. med. Michael Geyer
Zeitzeugenvideos Herr Prof. Dr. Michael Geyer ist bereits seit mehreren…
Prof. Dr. med. Rudolf Lemke
Rudolf Lemke deckte ein breites psychiatrisch-neurologisches Themenspektrums ab. Eine genaue…
Prof. Dr. med. Rudolf Thiele
Die Berufung Rudolf Thieles auf den renommierten Lehrstuhl für Psychiatrie…
Prof. Dr. phil. Dorothea Röther (*1943)
Zeitzeugenvideos Porträt 1943Dorothea Röther wird in Trier geboren.1944Evakuierung nach Sachsen,…
Prof. Dr. phil. habil. Dipl.-Psych. Hans Richard Böttcher
Hans Richard Böttcher war Fachpsychologe der Medizin und Professor für…
Prof. Dr. phil. habil. Dipl.-Psych. Heinz Hennig
Zeitzeugenvideos Prof. Heinz Hennig gründet gemeinsam mit Dr. Erdmuthe Fikentscher…
Prof. Dr. rer. nat. habil. Inge Frohburg
Zeitzeugenvideos Inge Frohburg studiert an der Humboldt-Universität zu Berlin von…
Prof. Dr. sc. med. Karl Seidel
Psychiatrieprofessor an der Spitze der DDR-Gesundheitspolitik Als Leiter der Abteilung…
Prof. Dr. sc. med. Klaus Thielmann
Retter des DDR-Gesundheitswesens gesucht Klaus Thielmann entstammte einer Ärztefamilie und…
Prof. Dr. sc. med. Ludwig Mecklinger
DDR-Gesundheitsminister der Honecker-Ära DDR-Gesundheitsminister Mecklinger war nicht nur der erste…
Prof. emeritus, Dr. habil. Johannes Helm
Johannes Helm war Professor für Klinische Psychologie an der Humboldt-Universität…
Werner Straub
Werner Straub hat die Entwicklung der Psychologie über mehr als drei Jahrzehnte hinweg maßgeblich mitgeprägt.

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Gesundheitssystem
hervorgehoben

Auch ein Haus oder Gebäude

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Timeline List

08.05.1945
Ende des 2. Weltkriegs; Befreiung Deutschlands von der Naziherrschaft; Besetzung des Landes durch Siegermächte
06.06.1945
Verordnung über den Neuaufbau des öffentlichen Gesundheitswesens
22.07.1945
Bildung der Deutschen Zentralverwaltung für das Gesundheitswesen
in der Sowjetischen Besatzungszone und und Erlass der Befehle (Nr. 234 und 272) zum landesweiten Ausbau von Polikliniken und Krankenhäusern. Der Befehl 272 bildet die Grundlage für (Wieder-) Errichtung einer von der Sozialversicherung getragenen Poliklinik (späteres Haus der Gesundheit, Berlin).
1945
Gründungsmemorandum des Instituts für Psychopathologie und Psychotherapie, Westberlin
durch Harald Schultz-Hencke. Das Institut ist die Nachfolgeeinrichtung des Berliner Instituts für Psychoanalyse. Schultz-Henke lehnt das Angebot von Alexander Mette ab, am Institut für Psychopathologie und Psychotherapie in Westberlin zu dozieren.
1945
17. Juli – 2. August: Potsdamer Abkommen
Die Staats- und Regierungschefs der USA, Sowjetunion und Großbritannien beschließen die Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Demokratisierung und Dezentralisierung Deutschlands. 25% des Staatsgebiets wird abgetrennt. Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus mittel- und osteuropäischen Regionen wird damit legalisiert.
1945
Reaktivierung psychiatrischer Anstalten in der SBZ

Von den 150.000 psychiatrischen Betten, die in Deutschland vor 1933 existierten, stehen Mitte 1945 noch knapp 30.000, in der SBZ nur 6.000 zur Verfügung.  Teile der psychiatrischen Einrichtungen werden von der Roten Armee oder als Infektionsabteilungen genutzt. Nur sehr langsam setzt eine Normalisierung der Anstaltsbehandlung ein. Ein Grund ist, dass das medizinische Personal in der Mehrzahl als belastet eingestuft wird und sich bewähren muss. Die Wenigsten werden wegen ihrer Beteiligung an den Patientenmorden während der NS-Zeit zur Verantwortung gezogen. Ende 1947 steigt die Zahl der psychiatrischen Betten in der SBZ mit 14.000 auf mehr als das Doppelte gegenüber 1945 an.

04.09.1945
Erste Hochschulreform
Mit dem SMAD-Befehl Nr. 50 nehmen die Universitäten in der SBZ ihren Lehrbetrieb wieder auf. In erster Linie zielt die Reform darauf, NSDAP-Mitglieder und damit als belastet eingestufte Hochschullehrer zu entfernen. Im Januar 1946 wird die Humboldt-Universität zu Berlin wiedereröffnet (Bild).
20.09.1945
Entlassung Ernst Speers aus der Universität Jena
Ernst Speer, Mitbegründer der Psychotherapie und designierter Inhaber des ersten Lehrstuhls für Psychotherapie, wird aufgrund seines aktiven Einsatzes für die Ziele der NSDAP aus der Universität Jena entlassen.
18.12.1945
Vortrag über „Psychoanalyse und Seelenheilkunde“
Alexander Beerholdt hält in der Kulturabteilung der KPD in Leipzig einen Vortrag über „Psychoanalyse und Seelenheilkunde“.
1946
SMAD-Befehl/Anordnung Nr. 4: „Wiederaufnahme Lehrbetrieb an medizinischen Fakultäten“
16.01.1946
Alexander Beerholdt erhält Lehrauftrag
Alexander Beerholdt erhält vom Rektor der Universität Leipzig, Hans-Georg Gadamer, einen Lehrauftrag. Bis 1948 liest Beerholdt am Psychologischen Institut der Universität Leipzig jeweils drei Semesterwochenstunden „Einführung in die Tiefenpsychologie“ und „Einführung in die Freud'sche Psychoanalyse“.
1946
Gründung der SED
Gründung durch Vereinigung von SPD und KPD am 21./22. April 1946, Vorsitzende Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl. Zuständige Sekretäre für Gesundheitswesen: Helmut Lehmann, Paul Merker (beide 1946 – 49), Paul Wessel (1949 – 50). Abteilung Gesundheitspolitik, ab 1946 / ab 1947. Abteilung Gesundheitswesen in der Hauptabteilung Arbeit und Sozialfürsorge – Leitung: Hans Horst (1946), Hugo Gräf (1946 – 1949).
1946
Mai: Festvortrag anlässlich des 90. Geburtstages von Sigmund Freud
Festvortrag des demokratischen Kulturbundes (kulturelle Veranstaltung in der DDR) anlässlich des 90. Geburtstages von Sigmund Freud, mit Alexander Mette als Gast  
1946
Erster „Euthanasie“-Prozess in der SBZ in Schwerin
1946
Juli: Alexander Mette wird stellvertretender Landesdirektor im Landesgesundheitsamt Thüringen
1946
Erste Arbeitstagung der Psychiater und Neurologen in der SBZ
22.–23. November: Auf Initiative der DZVG findet die erste Arbeitstagung der Psychiater und Neurologen statt. Diskutiert werden die „Organisation der Geisteskranken- und Psychopathen-Fürsorge und ihre(r) Therapie“.
17.12.1946
Erteilung SMAD-Befehl
SMAD-Befehl zur „Erneuerung und Wiedererrichtung der Fürsorge für Geisteskranke, Geistesschwache, Psychopathen und Süchtige“
1947
SMAD-Befehl/Anordnung Nr. 28: „Neuordnung der Sozialversicherung. Einführung eines einheitlichen Systems“
20.02.1947
Harald Schultz-Hencke lehnt Ruf nach Greifswald ab
Harald Schultz-Hencke wird durch den Einsatz des Psychiaters Hanns Schwarz auf den Lehrstuhl für Psychotherapie der Universität Greifswald berufen, lehnt den Ruf jedoch ab.
15.03.1947
Alexander Mette zieht sich aus der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) zurück
1947
SMAD-Befehl/Anordnung Nr. 124: „Organisation der deutschen wissenschaftlichen medizinischen Gesellschaften“
31.05.1947
Beantragung der Gründung eines Instituts für Psychoanalyse
Alexander Beerholdt beantragt die Gründung eines Institutes für Psychoanalyse an der Universität Leipzig und bemüht sich um die Errichtung eines Instituts für Medizinische Psychologie und Psychotherapie nach dem Vorbild des Zentralinstituts in Berlin. Die Bemühungen bleiben jedoch von Hans-Georg Gadamer, damaliger Rektor der Universität Leipzig, offiziell unbeantwortet. Weiteres hierzu siehe 01.05.1951
11.09.1947
Gerhard Klumbies beginnt Tätigkeit als Assistenzarzt in der Inneren Medizin am Universitätsklinikum Jena
1947
SMAD-Befehl/Anordnung Nr. 234: „Steigerung der Arbeitsproduktion und Arbeitsdisziplin sowie Arbeitsschutzmaßnahmen“
Aufbau Betriebsgesundheitswesen
1947
SMAD-Befehl/Anordnung Nr. 272: „Errichtung von öffentlichen Ambulanzen und Polikliniken“
1948
DVZG erlässt Richtlinien für die psychiatrische Fürsorge
Geregelt werden: 1. der „Betrieb in psychiatrischen Kliniken, 2. Familienfürsorge für Geisteskranke, 3. Nachgehende Fürsorge für Psychopathen, Geisteskranke, Schwachsinnige, Süchtige und Hirnverletzte.“
1948
Alexander Mette wird Leiter der Hauptabteilung des Gesundheitswesens im Ministerium für Arbeit und Sozialfürsorge in Thüringen
1948
Walter Hollitscher nimmt Professur für Philosophie an der Humboldt-Universität in Ostberlin an
1948
7. Tagung des Parteivorstands; Beschluss „Intellektuelle und die Partei“
Gefordert wird die zielstrebige Heranbildung einer neuen Intelligenz aus den Kreisen der Arbeiter- und Bauernklasse, die auf dem Boden der marxistisch-leninistischen Weltanschauung steht. Das stellt die Aufgabe an die Psychologie, dieses ideologische Ziel zu erfüllen.
1948
27. – 29. Mai: Tagung „Psychotherapie und Medizinische Psychologie“
Im sowjetischen Sektor findet die wissenschaftliche Tagung „Psychotherapie und Medizinische Psychologie“ statt. Themen sind unter anderem die Ermordung "Geisteskranker", die Massensterilisierung Erbkranker, Schuldbekenntnisse deutscher Psychiater und ihre Täter- und Mittäterschaft bei der Vernichtung ihrer Patienten sowie die Vertreibung Sigmund Freuds während der NS-Zeit.
1948
Gründung der Regionalgesellschaften für Neurologie und Psychiatrie
in Jena, Leipzig, Berlin und Greifswald
1949
Veröffentlichung der ersten Ausgabe der Zeitschrift für „Psychiatrie, Neurologie und Medizinische Psychologie“
1949
Anordnung der Deutschen Wirtschaftskommission
Freie Niederlassung von Ärzten und Zahnärzten der DDR wird in Ausnahmefällen zugelassen.
1949
Februar / März: Anordnungen der DWK zur Niederlassung von Ärzten und Zahnärzte
20.09.1949
Berufung Harald Schultz-Henckes als Professor mit Lehrauftrag für Psychotherapie an die Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
26.09.1949
Resolution der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG)
Untersagt die Gleichzeitigkeit von Positionen im Osten und Westen.
26.09.1949
Harald Schultz-Hencke gibt Professur auf
Nach einer Resolution der Deutschen Psychoanalytische Gesellschaft (DPG), welche die Gleichzeitigkeit von Positionen in der West- und Ostzone untersagt, gibt Harald Schultz-Hencke seine Professur an der Berliner Charité auf.
01.10.1949
Gründung der ersten psychologischen Beratungsstelle
Gründung der ersten psychologischen Beratungsstelle im Haus der Gesundheit (HdG) in Ostberlin, deren Leitung Hermann Tillmann übernimmt. Kurt Höck nimmt vor Ort seine Tätigkeit als Arzt auf.
07.10.1949
Gründung der DDR
1950
Dietfried Müller-Hegemann beginnt Tätigkeit in Leipzig und entwickelt die „Rationale Psychotherapie“ sowie die Schlaftherapie nach Pawlow
1950
Ehrig Wartegg erhält eine Anstellung am Haus der Gesundheit in der Psychotherapeutischen Beratungsstelle
1950
Kurt Höck verlässt das HdG und setzt Facharztausbildung an der Charité fort
08.02.1950
Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit
Die Überwachung der Bevölkerung und Ausschaltung jeglicher Opposition wird die wichtigste Aufgabe und dient dem uneingeschränkten Machterhalt der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).

 

.
1950
Frühjahr: Psychotherapiewochen in Lindau
Beginn von in der Folge jährlich veranstalteten Psychotherapiewochen in Lindau (Leitung: Ernst Speer). Bis zum Mauerbau, mit Ausnahme des Jahres 1953 (eine Folge des Volksaufstands am 17. Juni) nehmen hieran regelmäßig auch Psychotherapeuten aus der DDR teil (Hans Walther Crodel, Kurt Höck, Helmut Kleinsorge, Gerhard Klumbies, Christa Kohler, Hans Marchand, Margit Wendt, Harro Wendet u. v. a.).
1950
„Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau“
1950
28. Juni – 4. Juli: Pawlow-Konferenz in Moskau und ihre Nachwirkungen
1950
20. – 24. Juli: III. Parteitag der SED
Auf dem III. Parteitag der SED wird die „Pawlow-Kampagne“ ins Leben gerufen.
1950
September: Publikation „Das Herz im Orgasmus“
Gerhard Klumbies und Hellmuth Kleinsorge publizieren in der Zeitschrift „Medizinische Klinik“ ihre psychophysiologische Studie „Das Herz im Orgasmus“ – die einzige deutsche Forschungsarbeit, die im US-amerikanischen Kinsey-Report „Das sexuelle Verhalten der Frau“ (1953) erwähnt wird.
18.09.1950
Beschluss Mitgliederversammlung DGPT
Einem Beschluss der in Braunschweig tagenden Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie und Tiefenpsychologie (DGPT) folgend (18.09.1950): keine Aufforderung zum Beitritt für Mitglieder aus der Ostzone.
19.10.1950
Herbert Weigel tritt aus der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) aus
1951
Zweite Hochschulreform, Verordnung über die Neuorganisation des Hochschulwesens vom 22.02.1951
Gesellschaftswissenschaftliches Grundstudium, obligatorischer Russischunterricht, zehn-Monate-Studienjahr, Berufspraktika, System von Zwischenprüfungen, staatliche Seminargruppen
13.04.1951
Kongress der Psychiater und Neurologen in Berlin, veranstaltet vom Ministerium für Gesundheitswesen der DDR
13.–15. April: Hauptthemen: Pathologie der Rauschgiftsüchten, Neuritis und Neuralgie und Zur somatologischen Fundierung der Psychosen
1951
Mai
Gründung der Abteilung für Psychotherapie am 01. Mai an der Großpoliklinik Nord (Leipzig) durch Alexander Beerholdt. Robert Havemann veröffentlicht in der Zeitschrift "Einheit" stark ideologische Kritik der Psychoanalyse. Richard Heidrich hält an der Charité-Nervenklinik fakultative Vorlesung "Autogenes Training" für Medizinstudierende.
1951
2. Jahreshälfte: Eröffnung einer ambulanten Psychotherapie-Abteilung an der Medizinischen Universitätspoliklinik Jena
Erste Versuche mit der Pawlow‘schen Schlaftherapie in Jena (Gerhard Klumbies, Hellmuth Kleinsorge) und Halle (Hans Walter Crodel).
05.10.1951
Verordnung über die Beschulung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit wesentlichen physischen und psychischen Mängeln (Einrichtung von Sonderschulen)
Gesetzesblatt der Deutschen Demokratischen Republik Nr. 122, S. 915.
17.12.1951
Dietfried Müller-Hegemann übernimmt die kommissarische Leitung der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Leipzig
Der Hirnforscher Richard Arwed Pfeiffer gibt (widerwillig) die Leitung der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Leipzig an Dietfried Müller-Hegemann, bleibt jedoch zunächst in der Klinik und betreibt eine Privatstation in der Emilienstraße, die als Standort der geplanten Psychotherapie-Abteilung vorgesehen ist.  
18.12.1951
Erste Durchführungsbestimmung zu § 28 des Gesetzes der Arbeit. Einbeziehung der Schwerbeschädigten in den Produktionsprozess
Gesetzesblatt der Deutschen Demokratischen Republik, Nr. 154, S. 1185-1187.
1952
Ausgewählte Publikation des Jahres
  • „Die Psychotherapie bei schizophrenen Prozessen“ von Dietfried Müller-Hegemann im Hirzel-Verlag, Leipzig, erscheint basierend auf seiner Habilitationsschrift von 1951
09.02.1952
Erste regionale Pawlowtagung in der DDR
Organisiert und durchgeführt wird die Pawlowtagung von der Tochtergesellschaft Dresden der medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaften an der Universität Leipzig. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt der deutsch-österreichische Physiologe Emil von Skramlik, Ordinarius für Physiologie an der Humboldt-Universität Berlin.
1952
5. – 10. Mai: Vorträge von Gerhard Klumbies auf der „Lindauer Psychotherapiewoche“
Gerhard Klumbies hält auf der „Lindauer Psychotherapiewoche“ Vorträge über psychophysiologische Forschungen und internistische Psychotherapie.
26.05.1952
Abriegelung der innerdeutschen Grenze
07.06.1952
Landestagung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie an den Universitäten Greifswald und Rostock
7.–8. Juni
21.06.1952
Rationale Psychotherapie
Dietfried Müller-Hegemann propagiert seine „Rationale Psychotherapie“ auf der Tagung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie in Leipzig
21.06.1952
Landestagung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Leipzig in Chemnitz
1952
Juli: Weggang Richard Arwed Pfeiffers aus Leipzig
Richard Arwed Pfeiffer verlässt nach seinem Rücktritt als Leiter der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Leipzig endgültig die Klinik (siehe 17.12.1951).
01.01.1953
Gründung einer Psychotherapie-Abteilung an Leipziger Universitätsklinik
1953
15. – 16. Januar: Pawlow-Tagung in Leipzig mit 1800 Teilnehmenden
Verabschiedung der "wichtigsten Leitsätze zur Pflege und Nutzbarmachung der Pawlow’schen Errungenschaften in der Deutschen Demokratischen Republik". Etablierung einer staatlichen Pawlow-Kommission, welche die Lehre Pawlows in der DDR durchsetzen soll. Als Psychotherapeuten werden Alexander Mette, Dietfried Müller-Hegemann und später Alfred Katzenstein berufen. Walter Hollitscher prangert die Lehre Freuds als wissenschaftsfeindlich und antihuman an.
15.01.1953
Internationale Pawlowtagung in Leipzig
05.03.1953
Tod von Josef Stalin
17.06.1953
Ein sich über fast die gesamte DDR erstreckender Volksaufstand wird mit Hilfe sowjetischer Panzer niedergeschlagen
1953
Beginn jährlicher Psychotherapie-Fortbildungslehrgänge in der Medizinischen Universitätspoliklinik Jena
1954
1. Jahreshälfte: Gründung einer „Arbeitsgemeinschaft der Psychologen im Gesundheitswesen der DDR“
Hierin werden 30 in verschiedenen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens psychodiagnostisch und psychotherapeutisch tätige Psychologen und Psychologinnen unter Leitung von Dr. Hans Szewczyk zusammengefasst.
15.01.1954
Arbeitstagung der Staatlichen Pawlow-Kommission in Leipzig
15.–17. Januar
1954
Rahmenkrankenhausordnung
1954
1. Jahreshälfte: Arbeitstagung über „kortiko-viszerale Regulationen“ in Leipzig
1954
Frühjahr: Alexander Mette erhält Professur
12.05.1954
Anordnung über die Meldung von Körper­behinderungen, geistigen Störungen, Schädigungen des Sehvermögens und Schädigungen des Hörvermögens
29.05.1954
Verordnung über die Errichtung jugend­psychiatrischer Beratungsstellen
14.10.1954
Psychiater- und Neurologen-Tagung
14.–16. Oktober im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden, veranstaltet vom Ministerium für Gesundheitswesen der DDR
1955
Neufassung des Studienplanes, Gründung der Arbeitsstelle für experimentelle und angewandte Psychologie der Deutschen Akademie der Wissenschaften
Neufassung des Studienplanes, Einbeziehung neuer spezieller Anforderungen insbes. in der klinischen Psychologie und der Arbeits- und Erziehungspsychologie, Erweiterung des Studiums auf 5 Jahre. Neufassung des Studienplans 1955 unter Leitung des Wissenschaftlichen Beirats beim Staatssekretariat für das Hoch- und Fachschulwesen.
1955
Ausgewählte Publikation des Jahres
  • "Zur Psychologie des deutschen Faschisten" von Dietfried Müller-Hegemann, das Buch ist innerhalb weniger Wochen vergriffen
27.03.1955
Erste staatliche Jugendweihe
Die erste staatlich organisierte Jugendweihe „zur Unterstützung der kommunistischen Erziehung der Jugend im 8. Schuljahr“ findet in Ost-Berlin statt. Die Jugendweihe soll die Konfirmation/Firmung der christlichen Kirchen ablösen.
01.06.1955
Karl Leonhard nimmt Professur in Erfurt an
Karl Leonhard nimmt von Frankfurt am Main aus eine Professur für Psychiatrie und Neurologie an der Medizinischen Akademie Erfurt an und beginnt seine „Individualtherapie der Neurosen“ zu entwickeln.
1955
Oktober / November 1955: Niederschlag des Volksaufstands gegen das kommunistische Regime in Ungarn
01.12.1955
Arbeitstagung der Staatlichen Pawlow-Kommission
1.–3. Dezember: Rahmenthema: Zentrale Regulation der Funktionen des Organismus; Die Themen der einzelnen Tage lauten: 1. Die Entwicklung der Nervenfunktionen in Phylo- und Ontogenese, 2. Kortiko-viszerale Beziehungen bei Herz- und Kreislauferkrankungen, 3. Individuelle Unterschiede in der Erregbarkeit des Nervensystems (typologische Besonderheiten).
1956
XX. Parteitag des KPDdSU mit „Entstalinisierungs-Rede“ von Nikita Chruschtschow
1956
3. Parteikonferenz der SED 1956
1956
Kurt Höck übernimmt die Leitung der Psychotherpie-Abteilung des Hauses der Gesundheit Berlin
Höck beginnt mit der Gruppenpsychotherapiearbeit.
1956
Alexander Mette wird Leiter der Hauptabteilung Wissenschaft im Ministerium für Gesundheitswesen
11.04.1956
Gründung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie in der DDR
1956
Publikationen von S. Freud werden veröffentlicht
Die Aufsätze „Die Natur des Menschen Sigmund Freud“ (Arnold Zweig) und „Das Motiv der Kästchenwahl“ (Sigmund Freud) erscheinen im Maiheft der Zeitschrift „Neue Deutsche Literatur“; es sind bis 1981 die letzten Publikationen mit Texten Freuds innerhalb der DDR.
01.11.1956
Erste Tagung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neu­rologie in der DDR in Dresden
01.–03. November: Auf Betreiben des Ministeriums für Gesundheitswesen findet in Dresden die erste Sitzung der neu gegründeten Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie in der DDR statt. Die wissenschaftliche Leitung hat Rudolf Lemke aus Jena inne. Das Rahmenthema des ersten Tages widmet sich "Aphasie-Problemen". Am zweiten Tag werden vorwiegend "Sprachprobleme in der Psychiatrie“ sowie am dritten Tag „Therapie der Psychosen“ besprochen. Lemke wird erster Vorsitzender der Gesellschaft. Der Vorstand setzt sich aus Helmuth Grage , Rudolf Lemke, Alexander Mette, Dietfried Müller-Hegmann, Karl Pönitz, Hanns Schwarz, Franz Günther von Stockert, Heinrich Stoltenhoff, Johannes Suckow, Rudolf Thiele und Herbert Weigel zusammen.
01.11.1956
Psychiater- und Neurologentagung in Jena
1.–3. November: veranstaltet vom Ministerium für Gesundheitswesen der DDR
1957
Ausgewählte Publikation des Jahres
01.07.1957
Karl Leonhard folgt dem Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin
01.07.1957
Karl Leonhard nimmt Ruf an die HU Berlin an
1958
Alexander Mette wird Mitglied des Zentralkomitees der SED
01.01.1959
Inkrafttreten des Gehaltsabkommen für Hochschulkader
Das „Gehaltsabkommen über die Vergütung für Hochschulkader „„Gleichstellung aller Akademiker“ im Gesundheitswesen“ tritt in Kraft.
1959
Ausgewählte Publikation des Jahres
1959
Frühjahr: Eröffnung einer psychotherapeutischen Abteilung an der Charité
Die Abteilung hat zunächst 50 Betten und wird an der Nervenklinik der Charité unter Karl Leonhard eröffnet
10.07.1959
Serienproduktion des Trabis beginnt
Der Kleinwagen-Zweitakter „Trabant“ mit Kunststoff-Karosserie („Rennpappe“) wird bis 1991 über drei Millionen Mal hergestellt. Die Wartezeit ab Bestellung beträgt 12 bis 15 Jahre.
19.07.1959
Anna Freud schreibt einen letzten Brief an Arnold Zweig in die DDR
In der langjährigen Korrespondenz fordert sie A. Zweig unter anderem auf, über die Freundschaft zwischen ihm und Sigmund Freud zu schreiben. Das Werk „Freundschaft mit Freud: Ein Bericht“ erscheint erst 1996 (lange nach Zweigs Tod). Referenz: Zweig, A. & Bernhard, J. (1996) Freundschaft mit Freud ein Bericht (1. Aufl.) Aufbau-Verl.    
1959
Max Sefrin (CDU) wird Gesundheitsminister
Das DDR-Gesundheitswesen hat sich stabilisiert. Gravierend ist allerdings ein massiver Ärztemangel durch die anhaltende Republikflucht von Ärztefamilien.
22.10.1959
Zweite Tagung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neu­rologie in der DDR in Dresden
22.–24. Oktober: Rahmenthema Tag 1: Entzündliche und toxische neurologische Erkrankungen, Wissenschaftlicher Leiter: Dietfried Müller-Hegemann, Leipzig; Rahmenthema Tag 2: Symptomatische und toxische Psychosen, Wissenschaftlicher Leiter: Karl Leonhard, Berlin; Rahmenthema Tag 3: Der Alkoholismus in neuropsychiatrischer Sicht, Wissenschaftlicher Leiter: Hanns Schwarz, Greifswald.
1959
5. – 8. November: VIII. Fortbildungslehrgang in Jena
VIII. Fortbildungslehrgang in Psychotherapie der Medizinischen Universitätspoliklinik (Psychotherapie in der inneren Medizin) Jena mit ca. 70 Teilnehmenden (Leitung: H. Kleinsorge) Die Themen:
  • „Rationale Psychotherapie“ mit „Ruhehypnose und Autogenem Training“ sowie Einbezug der „Traumanalyse“ (Ronald Hofmann und Gerhard Klumbies)
  • „Wartegg-Zeichentest“, „Rorschach-Deutetest“, „Katathymes Bilderleben“ und „Hypnose“ (Berthold Bauer)
  • zur Problematik der Gruppenpsychotherapie (Kurt Höck)
   
22.11.1959
Die erste Folge von „Unser Sandmännchen“ wird ausgestrahlt.
1960
Stasi-Haftkrankenhaus in Berlin-Hohenschönhausen
1960
Ausgewählte Publikationen des Jahres
1960
Austausch über Gruppentherapie bei den Lindauer Psychotherapiewochen
u. a. mit S.H. Foulkes und Raoul Schindler
1960
Gesetzbuch der Arbeit
Volkskammer beschließt Gesetzbuch der Arbeit mit einheitlicher Regelung Arbeits- und Gesundheitsschutz, materieller Versorgung bei Krankheit/Invalidität und Altersvorsorge für Werktätige
21.03.1960
Der „Schwarze Kanal“ hat Premiere.
Die politisch-agitatorische Sendereihe von Karl-Eduard von Schnitzler hat ihre letzte Sendung am 30.10.1989.
1960
April: Psychotherapiewoche in Lindau
30 an der Gruppenpsychotherapie Interessierte aus der DDR nehmen an der Psychotherapiewoche in Lindau teil.
1960
9. – 10. Juni: Tagung der Medizinisch-Wissenschaftlichen Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie in Leipzig
10.06.1960
Gründung der Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie (GÄP)
1960
Die DDR führt die Schluckimpfung gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) ein
Binnen kurzer Zeit gelingt es, die Krankheit nahezu auszurotten. Die Impfaktion gegen Polio gilt als beispielhaft für eine erfolgreiche Impfprophylaxe des DDR-Gesundheitswesens.
1960
Nationale Gesundheitskonferenz in Weimar
15.09.1960
Aufbau der Musiktherapie in Leipzig
1961
Mauerbau und Hallsteindoktrin
Wissenschaftlicher Austausch wird erschwert.
1961
Kurt Höck wird Bezirksarzt von Ostberlin
1961
Neugründung des „Instituts für Psychologie“ an der FSU Jena
Der Neugründung folgt die Etablierung einer eigenständigen sozialpsychologischen Forschungsrichtung durch Hans Hiebsch und Manfred Vorwerg.
13.08.1961
Beginn Mauerbau
1961
4. – 5. Oktober: 1. Jahreskongress der GÄP
Rahmenthema: "Vegetativer Symptomenkomplex" unter der Leitung von Dietfried Müller-Hegemann.
19.10.1961
Dritte Tagung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neu­rologie in der DDR in Dresden
19.–21. Oktober: Rahmenthema Tag 1: Die psychiatrisch-neurologische Begutachtung, Wissenschaftlicher Leiter: Hanns Schwarz, Greifswald; Rahmenthema Tag 2: Die neurotischen Störungen des Kindesalters und ihre Behandlung, Wissenschaftlicher Leiter: Helmut Rennert, Halle
1962
Gründung einer eigenständigen Abteilung „Pädagogische Psychologie“ am DPZI
Institutionalisierung pädagogischer Psychologie
1962
Konzeption und Etablierung der „Kommunikativen Psychotherapie“ unter Prof. Dr. Christa Kohler
1962
21. – 23. Mai und 22. – 24. November: „Psychotherapeutisches Minimum“
Umsetzung eines zentralen Anliegens der GÄP: Einführung von psychotherapeutischen Grundkenntnissen in allen medizinischen Fachbereichen sowie Befähigung des ärztlichen Personals zur Anwendung eines "psychotherapeutischen Minimums". Dietfried Müller-Hegemann führt das „Psychotherapeutische Minimum“ in Leipzig im Mai 1962 ein, Harro Wendt in Uchtspringe im November 1962.  
19.10.1962
Gründung der „Gesellschaft für Psychologie der DDR“
19.10.1962
Friedhart Klix wird zum ordentlichen Professor und Institutsdirektor an der Humboldt-Universität zu Berlin berufen
19.10.1962
Institutionelle Neuordnung der Psychologie in der DDR
an den DDR-Universitäten, Spezialisierung der einzelnen Fachrichtungen in Richtung einer praxisnäheren fachrichtungsspezifischen Ausbildung. U. a. stärkere Ausrichtung auf Psychotherapie innerhalb der Fachrichtung Klinische Psychologie.
1962
28. – 29. November: 2. Jahreskongress der GÄP
mit internationaler Beteiligung in Leipzig inklusive Neuwahlen des Vorstands. Übergeordnetes Thema: „Suggestion und Hypnose“
04.12.1962
Erster staatlicher Intershop wird eröffnet.
Im Intershop kann nur mit Westwährung bezahlt werden, nicht mit DDR-Mark. Günstig angeboten werden Westwaren (und solche DDR-Produkte, die ausschließlich für den Export bestimmt sind). Ab 1974 ist es DDR-Bürgern gestattet, D-Mark zu besitzen.
1963
Entwicklung des Behandlungskonzept der „Dynamischen Einzeltherapie“
1963
Spezialisierung des Universitätsstudiums in der Fachrichtung Psychologie
Die universitäre Ausbildung zum Diplom-Psychologen soll einen stärkeren Praxisbezug erhalten und auf verschiedene Fachrichtungen (z. B. Klinische Psychologie) ausgerichtet werden.
1963
Niederschrift der „Rodewischer Thesen“
1963
I. Internationales Symposium über psychiatrische Rehabilitation in Rodewisch (DDR)
17.10.1963
Kongress der Psychiatrisch-Neurologischen Gesellschaft in der DDR
17.–19. Oktober: Unter der Gesamtleitung von Karl Leonhard (Charité) findet mit internationaler Beteiligung der 3. Kongress der Psychiatrisch-Neurologischen Gesellschaft in der DDR mit Themen zur Neurochemie, Einteilung und Prognose der endogenen Psycho­sen sowie Depressive Krankheitsbilder in Dresden statt. Themenkreise: Neurochemie, Einteilung und Prognose der endogenen Psychosen, Depressive Krankheitsbilder
1963
28. – 30. November: Gemeinschaftskongress von GÄP
Gemeinschaftskongress von GÄP, Arbeitsgemeinschaft zum Studium nervaler Regulationen sowie der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie in Leipzig. Karl Leonhard veröffentlich das Lehrbuch „Individualtherapie der Neurosen“.
1964
Arzneimittelgesetz
1964
Publikationen verhaltenstherapeutischer Fallbeispiele in Fachzeitschriften
1964
Konzeption der ambulanten Psychotherapie
Vorstellung der theoretischen Konzeption einer ambulanten Psychotherapie durch Kurt Höck auf einer Tagung in Klink/Müritz. Höck stellt die Konzeption der ambulanten Psychotherapie auf der Basis der Neopsychoanalyse Schultz-Henckes vor und gründet die Klinik Berlin-Hirschgarten („Mekka der Gruppenpsychotherapie in der DDR“; Geyer 2011).
1964
Frühjahr: Eröffnung der Psychotherapeutischen Abteilung in Uchtspringe durch Harro Wendt
15.04.1964
Vorträge zu Sigmund Freud
Arnold Zweig hält im Club der Kulturschaffenden in Berlin-Ost einen Vortrag über seine Freundschaft mit Sigmund Freud. Dagobert Müller referiert auf derselben Veranstaltung über die wissenschaftliche Leistung Freuds.
1964
Juni: Anschluss einer Neurosenklinik an das Haus der Gesundheit in Berlin-Hirschgarten durch Kurt Höck
21.09.1964
Drittes gerichtspsychiatrisches Symposion der Sektion forensische Psychiatrie in der wissenschaftlichen Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR
21.–23. September: Erläutert werden u.a. der psychiatrische Beitrag zum Strafrechtsentwurf in der DDR, ärztliche Beiträge zur Strafrechtsreform, zum Straf­vollzug und zur Therapie Straffälliger in einer Reihe von Staaten Europas.
1965
Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem
26.05.1965
Symposium „Theoretische Grundprobleme der Psychotherapie“ in Berlin-Ost
1965
28. bis 29. Mai: 3. Jahreskongress der GÄP in Schwerin
Neuwahl des Vorstandes.
1965
Christa Kohler übernimmt Leitung in Leipzig
1965
14. bis 16. Oktober: Kongress der Psychiatrisch-Neurologischen Gesellschaft in der DDR in Dresden
Hauptthema: Psychopathie und Persönlichkeit
14.10.1965
Vierte Tagung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neu­rologie in der DDR in Dresden
14.–16. Oktober
1965
November – Dezember: Hochseeklimakur auf Kreuzfahrtschiff
Der Internist und Psychosomatiker Hellmuth Kleinsorge (Schwerin, früher Jena) und der Dermatologe Karl Linser (Berlin) führen auf dem DDR-Kreuzfahrtschiff „MS Völkerfreundschaft“ eine Hochseeklimakur mit 450 Ekzematikern und Asthmakranken durch (zu den Azoren und den Kanaren). Das Verlassen des Schiffes wird den Teilnehmenden nicht gestattet. Fachliches Personal: Barbara Graul, Helga Hess, Kurt Höck und Werner Ullmann. Es werden Psychotherapeutische Explorationen, Autogenes Training sowie psychologische Tests durchgeführt. Die Ergebnisse finden für Forschungszwecke und Veröffentlichungen Anwendung. Zugehörige Publikation: Linser, K., & Kleinsorge, H. (1969). Die Hochseeklimakur: Grundlagen, Probleme sowie klinische und psychologische Ergebnisse bei endogenem Ekzem und Asthma bronchiale. Barth.
1966
Gründung des Zentralinstituts für Jugendfroschung
1966
1966 – 1973: „Drüben“, ein Politmagazin des ZDF, berichtet über Politik, Wirtschaft, Kultur und Alltag in der DDR
1966
20. – 22. Januar: Internationales Symposium über Gruppenpsychotherapie in Berlin-Ost
Bemühungen Annelise Heigl-Evers, einen (Gesamt-)Deutschen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (DAGG) und eine gleichnamige Zeitschrift zu gründen; Beginn der Etablierung der „Intendiert dynamischen Gruppenpsychotherapie“
15.07.1966
Konstituierung der Problemkommission „Psychiatrie und Neurologie“
Durch den stellvertretenden Gesundheitsministers Ludwig Mecklinger wird beim Rat für Planung und Koordinierung der medizinischen Wissenschaft in der DDR die Problemkommission „Psychiatrie und Neurologie“ gegründet. Zum Vorsitzenden wird Ehrig Lange, Dresden, zum Sekretär Karl Seidel, Dresden, berufen.
09.09.1966
Gründung des Collegium Internationale Activitatis Nervosae Superioris
Bei dem IV. Weltkongress für Psychiatrie in Madrid wird ein internationales Gremium für die Erforschung der höheren Nerventätigkeit (Collegium Internationale Activitatis Nervosae Superioris) als Sektion der Psychiatrischen Welt-Assoziation gegründet. Ein Ratsmitglied ist Dietfried Müller-Hegemann.
1967
Dritte Hochschulreform der DDR
An den Hochschulen der DDR und besonders an den von politischer Indoktrination bis dahin relativ verschont gebliebenen Bereichen der Medizin sollte die marxistisch-leninistische Ideologie nunmehr systematisch und konsequent den Erziehungs- und Ausbildungsprozeß durchdringen. Das erklärte Ziel waren "Sozialistische Persönlichkeiten", die sich durch einen "festen Klassenstandpunkt" auszeichneten und die Wissenschaft als "Hauptproduktivkraft und Waffe im Klassenkampf' meisterten. Die Dritte Hochschulreform führte dazu, daß die Universitäten und Hochschulen der DDR ein Instrument der SED zur Durchsetzung ihrer Weltanschauung und zur Heranbildung von zuverlässigen sozialistischen Kadern wurden und damit zur Festigung der totalen Herrschaft der Partei beitrugen (Hartwig Bernitt).
1967
Ausgewählte Publikationen des Jahres
  • „Neurosen-Ursachen und Heilmethoden“ von Hans Jürgen Eysenck & Stanley Rachman im Verlag der Deutschen Wissenschaften, Ostberlin. Das Buch gilt als „verhaltenstherapeutisches Standardwerk“ und wird erstmalig in deutscher Sprache in der DDR herausgegeben.
  • Gruppenpsychotherapie in Klinik und Praxis“ von Kurt Höck (Hrsg.) im VEB Gustav Fischer Verlag, Jena und Begründung der Intendierten Dynamischen Gruppenpsychotherapie
26.01.1967
Jubiläumssitzung der Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie anläßlich des 100jährigen Bestehens
26.–28. Januar: Gleichzeitig soll des 150. Geburtstages von Wilhelm Griesinger und des 60jährigen Bestehens der Nervenklinik gedacht werden. Rahmenprogramm: Festliche Ansprachen und wissenschaftliche Vor träge prominenter Gäste, Wissenschaftliche Vorträge und Demonstrationen im Rahmen der gegenwärtigen Forschung der Nervenklinik, Vorträge aus dem Kreis der heutigen Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie
1967
17. – 18. März: Symposion der GÄP in Berlin-Ost zum Thema „Bewusstsein und Unbewusstes“
1967
Neue „Richtlinie über die Gestaltung der Arbeit nach Westdeutschland und West-Berlin im Bereich von Wissenschaft und Kultur“
1967
5. – 7. Juni: 4. Jahreskongress der GÄP in Bad Elster unter Leitung von Hellmuth Kleinsorge
Neuwahl des Vorstandes.
28.09.1967
Kongress der Psychiatrischen und Neurologischen Gesellschaft in der DDR in Dresden
28.–30. September: Mit internationaler Beteiligung findet der Kongress der Psychiatrischen und Neurologischen Gesellschaft in der DDR in Dresden statt. Schwerpunkte sind u.a. Fragen zur Sozialpsychiatrie und Rehabilitation.
03.10.1967
Symposium der Sektion Kinder-Neuro-Psychiatrie der Psychiatrisch-Neurologischen Gesellschaft in der DDR
3.–6. Oktober: Thema „Psychiatrische Probleme in der Pubertät“, Es ist zugleich das 2. Symposion der Arbeitsgruppe von Kinderpsychiatern sozialistischer Länder. Thematik: Somatische — psychologische — psychopathologische Probleme; abnorme Erlebnisreaktionen und abnorme Persönlichkeitsentwicklungen; Selbstmordprobleme in der Pubertät; Sexuelle Integration; Symptomatische Psychosen; Psychotherapie; Kinderneuropsychiatrie im Gesundheitswesen
1967
27. – 28. Oktober: Symposium „Sozialismus, wissenschaftlich-technische Revolution und Medizin“
Das Zentralkomitee der SED veranstaltet das Symposium "Sozialismus, wissenschaftlich-technische Revolution und Medizin".
1967
27. bis 28. Oktober: Symposium „Sozialismus, wissenschaftlich-technische Revolution und Medizin“
Veranstaltet durch das Zentralkomitee der SED
1967
November: Dissertationsverteidigung von Christoph Schwabe
Christoph Schwabe verteidigt seiner Dissertation mit dem Thema „Untersuchung über Entwicklung und Stand der Musiktherapie“ an der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
1968
2. Kongreß 1968 der GfP in Berlin
1968
Entstehung einer ersten Arbeitsforschungsgruppe Gesprächspsychotherapie an der Humboldt-Universität zu Berlin
06.04.1968
Neue DDR-Verfassung
Festschreibung der Führungsrolle der SED
1968
17. – 19. April: 1. Weiterbildungslehrgang der Akademie für Ärztliche Fortbildung der DDR für Psychotherapeuten
Thema: „Diagnostische Methoden in der Psychotherapie“
1968
Mai: Selbsterfahrungsgruppe unter Jürgen Ott
Gründung einer psychoanalytisch orientierten Selbsterfahrungsgruppe an der Klinik für Neurologie und Psychiatrie der Medizinischen Akademie Erfurt unter Leitung von Jürgen Ott.
29.05.1968
Anordnung über die Durchführung und Finanzierung der Arbeitstherapie in den Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
11.06.1968
Gesetz über die Einweisung in stationäre Einrichtungen für psychisch Kranke
1968
23. – 29. Juni: 2. Kongress der Gesellschaft für Psychologie der DDR. Symposium „Psychologische Forschungsprobleme in der Psychotherapie“
26.06.1968
Arbeitstagung zu Grundsatzfragen der Behandlung Alkoholkranker
1968
Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuches der DDR
Das neue Strafgesetzbuch regelte den Umgang mit psychisch kranken Straftätern neu. Es wird gleichgesetzt mit der Abschaffung des Maßregelvollzugs in der DDR.
1968
August: Beendigung des Prager Reformmodells eines „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“
15.08.1968
Richtlinie zur Anordnung über die Durchführung und Finanzierung der Arbeitstherapie in den Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
Verfügungen und Mitteilungen des Ministeriums für Gesundheitswesen, Nr. 18, S. 136–137.
1968
Ausgewählte Publikation des Jahres
  • September: Lehrbuch „Kommunikative Psychotherapie“ von Christa Kohler im Gustav Fischer Verlag, Jena, in dem eine Distanzierung zu Pawlow zutage tritt.
12.10.1968
Nationales Olympisches Komitee (NOK) der DDR wird voll anerkannt
Nach der vollen Anerkennung des NOK der DDR durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) marschiert die DDR-Mannschaft ab 1972 (München) unter der DDR-Staatsflagge auf. Schon 1968 waren bei den Olympischen Spielen zwei getrennte deutsche Mannschaften angetreten, allerdings noch unter einer gemeinsamen schwarz-rot-goldenen Flagge mit olympischen Ringen.
24.10.1968
Umbennung des Städtischen Krankenhauses für Psychiatrie und Neurologie Wuhlgarten in „Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus“ Berlin
aus Anlaß des 75jährigen Bestehens des Städtischen Krankenhauses
1969
Gründung der Sektion Musiktherapie in der „Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie der DDR“ (GÄP)
sowie im Oktober Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Musiktherapie“ in der „Gesellschaft für Rehabilitation“.
1969
März: Erste internationale Tagung „Theorie und Methodik der Musiktherapie“
in Leipzig unter Leitung von Christa Kohler und Christoph Schwabe. Die Ergebnisse der Tagung werden 1971 veröffentlicht: Kohler, C. (1971). Musiktherapie : Theorie und Methodik; überarbeitete Beiträge einer wissenschaftlichen Konferenz. Fischer.  
1969
Erarbeitung Forschungsprojekt „Psychosoziale und zentralnervöse Bedingungen der Stabilität und Störung von Verhalten und Leistung“
Teilprojekte: 1. Sozialpsychiatrische und biologische Untersuchungen an Schizophrenien und schziophrenähnlichen Psychosen (Ziel: "Erfassung sozialpsychiatrischer, entwicklungspsychologischer, persönlichkeitspsychologischer und biologischer Faktoren in der Ätiopathogenese von Psychosen unter den konkreten Bedingeungen der Gesellschaftsordnung in der DDR"; 2. Bedeutung der Sozial- und Umweltfaktoren für die Pathodynamik von Neurosen und Verhaltensabweichungen, insbesondere von dissozialem Verhalten und Korrelation zu hirnorganischen und anderen somatischen Schäden; 3. Früherfassung und Beeinflussung der cerebro-vasculären Insuffizienz.
1969
Ausgewählte Publikation des Jahres
1969
Erste privat organisierte Selbsterfahrungsgruppe
Geleitet von Jürgen Ott, Kurt Höck, Helga Hess u. a.
1969
9. – 11. Juni: 5. Jahreskongress der GÄP in Bad Elster
Gründung diverser Sektionen innerhalb der GÄP:  Psychologie in der Medizin, Dynamische Gruppenpsychotherapie, Hypnose und autogenes Training, Musiktherapie, Kinderpsychotherapie.
1969
2. Jahreshälfte: Beginn des Forschungsprojektes „Nervale und psychische Störungen und Krankheiten“ beim Ministerium für Gesundheitswesen der DDR
Kurt Höck und Helga Hess übernehmen Leitung des Teilprojekts „Funktionelle und psychisch bedingte Störungen im Krankengut des ambulanten Gesundheitswesens“.
03.10.1969
Der Fernsehturm wird eingeweiht.
Mit dem Fernsehturm am Berliner Alexanderplatz errichtet die DDR das bis heute höchste deutsche Bauwerk (368 m). Bei Sonnenschein erscheint auf der stahlverkleideten Turmkugel durch Reflexion das christliche Symbol eines Kreuzes. Der Volkswitz deutet es als „Rache des Papstes“ an den gottlosen Erbauern.
04.10.1969
Kongress der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR in Leipzig
02.–04. Oktober: Erstes Hauptthema: Neurologische Prinzipien der Psychiatrie, Zweites Hauptthema: Psychopharmakotherapie, Drittes Hauptthema: Psychotherapie für die Praxis. Helmut Rennert wird Vorsitzender der Gesellschaft und löst Karl Leonhard ab.
1969
Dezember: Einführung der Ausbildung in der Gesprächspsychotherapie
an der der Humboldt-Universität zu Berlin unter der Leitung von Johannes Helm
1970
Veranstaltungsreihe „Psychotherapiemethoden“ in Leipzig
Christa Kohler etabliert offene Veranstaltungsreihe "Psychotherapiemethoden" über mehrere Monate hinweg im zwei-Wochen-Rhythmus in der Leipziger Universitätsabteilung für Neurosenforschung in der Karl-Tauchnitz-Straße 25 („KT“).
1970
Einführung des „Katathymen Bilderlebens“ als Verfahren
18.03.1970
Beginn einer Phase innerdeutscher Entspannung und »neuer Bonner Ostpolitik«
Treffen des Bundeskanzlers Willy Brandt mit DDR-Ministerpräsident Willi Stoph in Erfurt.
19.03.1970
Erfurter Gipfeltreffen: Willy Brandt in Erfurt.
1970
8. – 10. Oktober: Interdisziplinäre Arbeitstagung der Gesellschaft für Psychologie und der Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie der DDR
über „Forschungsmethoden und Forschungsergebnisse in der Psychotherapie“
30.10.1970
Vorstandssitzung der Sektion Autogenes Training und Hypnose
Protokoll der Vorstandssitzung der Sektion Autogenes Training und Hypnose: Würdigung des „vor kurzem verstorbenen Begründers des Autogenen Trainings J. H. Schultz“
1971
Erste postgraduale Ausbildungskurse in Gesprächspsychotherapie
1971
Mitgliedschaft der GÄP in der „International Federation for Medical Psychotherapy“ (IFP)
Die Erlaubnis und der Erhalt nötiger Devisenkontingente (im Budget des Generalsekretariats Medizinisch-Wissenschaftlicher Gesellschaften im Gesundheitsministerium) für die Mitgliedschaft der GÄP in der „International Federation for Medical Psychotherapy“ (IFP) erfolgt kurze Zeit später im Jahr.
1971
Etablierung einer Seelsorge-Ausbildung in der evangelischen Kirche
Der Theologe Siegfried Ringhandt setzt sich nach seiner Pensionierung für die Etablierung einer Seelsorge-Ausbildung in der evangelischen Kirche ein. In den 1960er Jahren hatte er als Studentenpfarrer in Berlin-Ost versucht, psychoanalytisches Wissen weiterzugeben und eine eigene Studentenberatung praktiziert.
1971
Pläne der SED, Psychotherapie zu politisieren und zu ideologisieren, stoßen auf Widerstand
Konferenz in Brandenburg, veranstaltet durch die Abteilung Gesundheitspolitik des ZK der SED. Widerstand gegen die Pläne der SED, Psychotherapie zu politisieren und zu ideologisieren. Plan für eine Arbeitsgruppe der Psychotherapeuten der sozialistischen Länder durch die GÄP, Mitgliedschaft der GÄP in der Int. Federation for Medical Psychotherapy (IFP, Höck ab 1973 Mitglied des Präsidiums; Geyer 1987 Generalsekretär der IFP)
1971
Etablierung überregionaler „Problemfall-Seminare“ für psychologische und ärztliche Psychotherapeuten in Anlehnung an „Balint-Gruppen“
Die therapeutische Beziehung wie auch diagnostische Überlegungen stehen dabei im Mittelpunkt. Die Leitung der Seminare erfolgt zumeist durch erfahrene Therapeuten.
08.02.1971
Brandenburger Konferenz
8.-9. Februar: Die Abteilung Gesundheitspolitik des Zentralkomitees der SED veranstaltet eine zukunftsweisende Konferenz zur gesellschaftlichen Rolle von Psychiatrie und Psychotherapie in der DDR mit dem Titel „Fragen der ideologischen Situation in den Fachgebieten Psychiatrie/Neurologie und Psychologie“ mit 300 Teilnehmenden in Brandenburg.
1971
April: Erster Wochenlehrgang „Aktive Gruppenmusiktherapie“ der Sektion Musiktherapie in der Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie der DDR
1971
13. – 15. April: 6. Jahreskongress der GÄP in Magdeburg und Neuwahl des Vorstandes
14.04.1971
Diskussionen innerhalb des GÄP-Vorstandes
zum Plan, die Interessen der Psychotherapeuten der sozialistischen Länder in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zu bündeln
1971
Ende April: Ausreise Dietfried Müller-Hegemanns
1971
Juni: 8. Parteitag der SED
Walter Ulbricht tritt von seinen Ämtern zurück, Erich Honecker wird neuer Generalsekretär der SED und des nationalen Verteidigungsrates.
27.07.1971
Einrichtung eines Rubelkontos bei der deutschen Außenhandelsbank
Für die Begleichung der Mitgliedsgebühren in der IFP stehen nach Angabe des Gesundheitsministeriums keine Schweizer Franken zur Verfügung. Daraufhin erfolgt die Einrichtung eines Rubelkontos bei der deutschen Außenhandelsbank in Ostberlin.      
1971
Ludwig Mecklinger (SED) wird Gesundheitsminister
Der Jurist und Mediziner Mecklinger übernimmt das Amt von Max Sefrin. Er führt das Ministerium bis zum Januar 1989. Zunehmend bestimmen Versorgungsmängel, Personalnot und teils katastrophale bauliche Zustände von Kliniken das Bild des DDR-Gesundheitswesens.
23.09.1971
II. Zentraleuropäische Symposion für Neuro psychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie in Split/Jugoslawien
23.-25. September: Veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) in Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Universitätsklinik Zagreb Themen sind: 1. Administrative und juristische Probleme der Psychopharmakologie 2. Methodologie der verschiedenen Teilgebiete der Psychopharmakologie 3. Fragen der Ausbildung in Psychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie 4. Neue Psychopharmaka
29.09.1971
Kongress der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR
29. September – 2. Oktober: Das Rahmenthema des in Dresden stattfindenden Kongresses lautete: Periphere Nervenerkrankungen und Myopathien.
20.10.1971
II. Internationales Symposion über Sozialpsychiatrie und Rehabilitation der psychiatrischen Patienten in Slantschev (Bulgarien)
20.–22. Oktober: Hauptthema: Allgemeine Probleme der extramuralen psychiatrischen Hilfe
1971
29. – 30. Oktober: 2. Tagung der Sektion Gruppenpsychotherapie
1971
8. – 17. Dezember: Erster Selbsterfahrungslehrgang der Sektion Gruppenpsychotherapie der GÄP zur Ausbildung in der Gruppenpsychotherapie
über einen Zeitraum von zehn Tagen
1972
Ausgewählte Publikationen des Jahres
1972
Erstellung der „Brandenburger Thesen“
1972
Erstmalige Durchführung von „Problemfallseminaren“
09.03.1972
Inkrafttreten des „Gesetzes zur Schwangerschaftsunterbrechung“
Schwangerschaftsabbrüche werden nach langem Reformdruck legalisiert, d.h. ein Abbruch ist in den ersten drei Monaten ohne die Angabe von Gründen möglich. Es ist das erste und einzige Gesetz, das in der DDR mit Gegenstimmen verabschiedet wird.
1972
2. Jahreshälfte: Gründung einer Psychotherapie-Station an der Nervenklinik der Universität Rostock unter Leitung von Frau Dr. Löbe
mit 24 Betten
01.09.1972
Eröffnung der ersten tagesklinischen Psychotherapie-Abteilung
07.09.1972
27. Kongreß der Ungarischen Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie 1972 in Budapest
7.–9. September: Hauptthemen: 1. Aktuelle Probleme der Sozialpsychiatrie 2. Störungen des Energiestoffwechsels des ZNS bei Nerven- u. Geisteskrankheiten 3. Freie Vorträge
1973
15. – 16. Februar: 3. Tagung der Sektion Gruppenpsychotherapie in Dresden
1973
13. – 15. März: Erstes Symposium der Psychotherapeuten der sozialistischen Länder in Prag
Es findet auf Initiative der psychotherapeutischen Sektion der psychiatrischen Gesellschaft der ČSSR statt.
1973
April: Lehrstühle medizinische Psychologie
Errichtung von Lehrstühlen für medizinische Psychologie an einigen ostdeutschen Universitäten nach einer Studienreform.
1973
25. – 27. April: 7. Jahreskongress der GÄP in Erfurt und Neuwahl des Vorstandes
03.05.1973
XXXI. Kongress der Polnischen Psychiatrischen Gesellschaft in Poznan
3.–4. Mai: Hauptthemen: 1. Rehabilitation bei psychischen Erkrankungen (Allgemeine Organisation, Untersuchung, Probleme, stationäre Rehabilitation, ambulante Rehabilitation, Ausbildung des Rehabilitationspersonals) 2. Rehabilitation bei Alkoholismus (stationär, ambulant) 3. Drogensucht (Epidemiologie, Kliniken, Therapie, Prophylaxe)
1973
Juli: Entwicklung eines „Gestuften Systems der Psychodiagnostik und Psychotherapie“
Beteiligte u. a. Kurt Höck und Werner König Dazu:
  • Höck, K., Hess, H. (1975). Der Beschwerdenfragebogen (BFB) – ein Siebtestverfahren der Neurosendiagnostik für Ärzte und Psychologen. Berlin: Deutscher Verlag der Wissenschaften.
  • Höck, K., Hess, H. (1976). Der Verhaltensfragebogen (VFB) – ein ergänzendes Siebtestverfahren der Neurosendi agnostik für Ärzte und Psychologen. Berlin: Deutscher Verlag der Wissenschaften.
  • Höck, K. (1977). Die intendierte dynamische Gruppenpsychotherapie innerhalb des abgestuften Systems der Diagnostik und Therapie neurotisch-funktioneller Störungen. Dissertation zur Promotion B (Habilitationsschrift). Berlin.
Ziele:
  • Psychogene Störungen sollen bereits in medizinischer Grundversorgung erkannt werden
  • Psychotherapie als eigenständige therapeutische Spezialdisziplin weiterentwickeln und Teil von Komplextherapie ausgewählter Störungsformen
06.07.1973
Beschluss der GÄP
Unter Leitung von Kurt Höck beschließt der Vorstand der GÄP, mit Kollegen eine Konferenz über die Verantwortlichkeiten für die einzelnen Regionen/Bezirke der DDR durchzuführen. Beginn einer systematischen Regionalarbeit in der DDR, bis Ende 1976 werden 13 Regionale Arbeitsgemeinschaften aufgebaut.  
1973
28. Juli – 5. August: X. Weltfestspiele in (Ost-)Berlin
1973
28. Juli – 5. August: X. Weltfestspiele in (Ost-)Berlin
Nachweislich sollen zu diesem Anlass Patienten der Psychiatrie, die als mögliche "Störenfriede" eingeschätzt werden, als ordnungspolitische Maßnahme in den Kliniken untergebracht werden.
1973
Die DDR wird in die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen.
18.09.1973
UN-Beitritt der DDR
Die DDR wird – zusammen mit der Bundesrepublik – Mitglied der Vereinten Nationen und tritt im gleichen Jahr dem „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ bei. Die darin u. a. garantierte Reisefreiheit wird DDR-Bürgern jedoch nicht gewährt.
04.10.1973
Drittes Symposion der Kinderpsychiater sozialistischer Länder in Sofia/VR Bulgarien
4.–6. Oktober: Thema: Kind und Schule — Epidemiologie, Früherfassung und Prophylaxe neuropsychischer Störungen Folgende Referate sind vorgesehen: UdSSR: Persönlichkeitsentwicklung und ihre Störungen. Ergebnisse aus Zwillingsforschungen und Schulentwicklung. Somatopsychische Störungen. Elektrophysiologische Kriterien der Schulreife. DDR: Die Wirkung überhöhter Leistungsforderungen durch das Elternhaus. Störungen der intellektuellen Entwicklung und ihre Dynamik. Verhaltens- und Anpassungsstörungen bei hirnorganischen Schäden. CSSR: Praktikable Siebmethoden zur Früherfassung neuropsychischer Störungen. VR Polen: Psychopathische und psychopathieähnliche Störungen. Ungarische VR: Psychotische Zustände. VR Bulgarien: Neurosen und neurotische Entwicklungen.
09.10.1973
Anweisung über die Regelung des Taschengeldes für psychisch Kranke während des Aufenthaltes in psychiatrischen Krankenhäusern
11.12.1973
Plenum der Leitung der wissenschaftlichen Allunionsgesellschaft der Neuropathologen und Psychiater in Leningard
11.–13. Dezember: Hauptvorträge: Theoretische Fragen der Rehabilitation von Kranken und Invaliden (M. M. Kabanov), Methoden der Rehabilitation von psychisch Kranken und die Kriterien ihrer Effektivität (D. E. Melechov), Methoden der Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen und die Kriterien ihrer Effektivität (L. G. Stoljarova)
14.12.1973
Erarbeitung von Thesen zur Begriffsbestimmung „Psychiatrische Rehabilitation“ durch die Arbeitsgruppe der „Sektion psychiatrisch­ neurologische Rehabilitation“
1974
Regionalgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften
In den 15 Bezirken der DDR entstehen bis Ende der Dekade 13 Regionalgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften, um die Ärzte in der Grundversorgung direkter mit psychotherapeutischen Grundkursen und Balintgruppen zu erreichen.
01.01.1974
Autokennzeichen „DDR“
DDR-Kraftfahrzeuge sind nicht mehr mit dem bisherigen internationalen Kennzeichen „D“ (für Deutschland) sondern mit „DDR“ gekennzeichnet.
1974
Beginn der Ausbildung von Klinischen Psychologen an der Sektion Psychologie der Karl-Marx-Universität Leipzig
1974
23. – 25. Januar: Internationales Ostsee-Symposium für Klinische Psychologie der Gesellschaften für Psychologie
1974
Unterzeichnung des deutsch-deutschen Gesundheitsabkommens
Folge des Grundlagenvertrages zwischen DDR und BRD, eingeleitet durch die neue Ostpolitik unter der Regierung Brandt (SPD/FDP). Das Abkommen regelt beispielsweise die medizinische Versorgung von Deutschen im anderen Staat, den Versand von Medikamenten.
1974
Errichtung eines Museums der Psychiatrie in der Bezirksnervenklinik Brandenburg
Die ständige Ausstellung soll dokumentieren, wie sich psychiatrische Institutionen und Therapieformen gesellschaftsbedingt gewandelt und entwickelt haben.
02.05.1974
Arbeitstagung „Therapeutische Gemeinschaft“ an der Bezirksnervenklinik Brandenburg
2.–3. Mai: Die Arbeitstagung „Therapeutische Gemeinschaft“ hat das Ziel, öffentlich über Veränderungsmöglichkeiten „im Innern“ der großen psychiatrischen Kliniken in der DDR zu diskutieren. Anliegen ist, darüber Erfahrungen auszutauschen, wie die programmatischen Ideen einer therapeutischen Gemeinschaft im Alltag des psychiatrischen Krankenhauses und Großkrankenhauses realisiert werden können. Eine erste 1974 entstandene Version der Vorschläge wird von politischer Seite kritisiert. Erst 1976 darf eine „entpolitisierte“ Fassung der „Brandenburger Thesen zur Therapeutischen Gemeinschaft“ veröffentlicht werden.
1974
2. – 5. April: Tagung der GÄP in Schloss Reinhardsbrunn
Thema: „Symptomwandel bei neurotischen Erkrankungen“
Ausschnitt aus dem Artikel "Bericht über das Symposium "Probleme der komplexen Psychotherapie" vom 2.5. bis 5.5.1974 in Reinhardsbrunn" von H. F. Böttcher (1975)
09.05.1974
Zweites Symposion über „Electroenzephalographie im Kindesalter“ mit internationaler Beteiligung in Leipzig
9.–10. Mai: Thematik: Beziehungen zwischen Tageszeit, Vigilanz und EEG 2. Bedeutung des EEG für Verlaufsbeurteilung und Prognose zentral nervöser Affektionen 3. Wertigkeit des EEG in der Differentialdiagnose raumfordernder Prozesse
1974
13. – 25. Mai: Beginn der ersten systematischen „Ausbildungskommunität für Gruppenpsychotherapie“ in Klein-Pritz (Mecklenburg)
22.06.1974
Fußballländerspiel DDR gegen BRD bei der WM
Im einzigen deutsch-deutschen Fußballduell besiegt in der Vorrunde der WM die DDR-Mannschaft den späteren Weltmeister mit 1:0. Das Siegestor schießt Jürgen Sparwasser (26). 1988 siedelt er in die Bundesrepublik über.
19.08.1974
WHO-Konferenz des regionalen Büros für Europa der Weltgesundheitsorganisation über Suizid und Suizidversuch bei jungen Menschen in Luxemburg
19.–23. August: Von seiten der DDR nahmen Karl Seidel, Berlin, und Bodo Barleben, Berlin teil.
1974
Berufung der Zentralen Fachgruppe für die Subspezialisierung Kinderneuropsychiatrie
Entsprechend der gesetzlichen Anordnung (Nr. 2 über die Weiterbildung der Ärzte und Zahnärzte — Subspezialisierung der Fachärzte und Fachzahnärzte — vom 23.05.1974 GBl. DDR I Nr. 30/1974, Seite 297-299) wurde vom Rektor der Akademie für ärztliche Fortbildung in der DDR Berlin-Lichtenberg die Zentrale Fachgruppe für die Subspezialisierung Kinderneuropsychiatrie berufen. Ihr gehörten an: Gerhard Göllnitz, Direktor der Abteilung Kinderneuropsychiatrie der Nervenklinik der Universität Rostock als Leiter der Gruppe, R. Bunge, Chefarzt der Klinik für Kinderneuropsychiatrie der Bezirksnervenklinik Brandenburg, Karl-Heinz Daute, Leiter der Neuropädiatrischen Abteilung der Universitäts-Kinderklinik Jena, Gerda Jun, Leitende Ärztin des Dispensaires für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Berlin-Lichtenberg, Ursula Kleinpeter, Oberärztin der Abteilung Kinderneuropsychiatrie der Nervenklinik der Universität Rostock, Helmut Patzer, Direktor der Kinderklinik der medizinischen Akademie Erfurt.
1974
23. – 26. Oktober: Sektion Autogenes Training und Hypnose
Die Sektion Autogenes Training und Hypnose der GÄP führt einen ersten Übungs- und Selbsterfahrungskurs durch.
1974
November 1974: Peter Wruck wird in Rostock neue Stationsleitung der Psychotherapeutische Station der Wilhelm-Pieck-Universität
Er bietet eine ambulante Einzel-Langzeittherapie nach neoanalytischem Konzept an.
1974
November: X. Tagung der Medizinischen Gesellschaft der DDR zum Studium der Lebensbedingungen und der Gesundheit
06.11.1974
Kongress der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR
06.–08. November: Das Rahmenthema des in Berlin stattfindenden Kongresses lautete: Akute Krankheitszustände und Notsituationen in der Neu­ rologie und Psychiatrie.
06.11.1974
Kongress der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR in Berlin
6.-8. November: Rahmenthema: Akute Krankheitszustände und Notsituationen in der Neurologie und Psychiatrie
1974
1974/1976: Brandenburger Thesen zur Therapeutischen Gemeinschaft
1975
Ausgewählte Publikation des Jahres
1975
Gründung neuer Arbeitsgemeinschaften in der Gesellschaft für Psychologie der DDR
  • „Partnerschafts- und Familientherapie“
  • „Rehabilitationspsychologie“
1975
6. – 9. Januar: Beschluss „Grundkurs Allgemeine Psychotherapie“ für Allgemeinmediziner
Die Konferenz der Regionalbeauftragten der GÄP in Bad Freienwalde einigt sich auf das Lehrprogramm „Grundkurs Allgemeine Psychotherapie“ für Allgemeinmediziner.
1975
Zentrale Fachgruppe für die Subspezialisierung Kinderneuropsychiatrie wird berufen
12.03.1975
Gründung der Arbeitsgemeinschaft Neurologie/Psychiatrie der Sektion innere Militärmedizin in der Gesellschaft für Militärmedizin der DDR im Zentralen Armeelazarett der NVA in Bad Saarow
Zum Leiter der Arbeitsgemeinschaft wurde Oberstleutnant Werner Bousseljot ernannt.
24.04.1975
Symposium der Sektion Gerichtliche Psychiatrie der Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie der DDR an der Nervenklinik der Charité (Berlin)
24.–26. April: Thema: Psychiatrische Probleme der Alkoholkriminalität, Sexualkriminalität, Asozialität mit Grenzfragen zur Psychologie, Kriminalistik, Rechtswissenschaft und zu anderen Gesellschaftswissenschaften
1975
Psychiatrie-Enquête in der BRD
Der 1975 publizierte Bericht der Enquêtekommission zur Situation der Psychiatrie in der Bundesrepublik zog eine insgesamt erschütternde Bilanz. Im 1973 verfassten Zwischenbericht werden „elende“ Zustände und Umstände, die teilweise als menschenunwürdig bezeichnet werden, beschrieben. Die Situation in psychiatrischen Einrichtungen in der BUndesrepublik unterscheidet sich um diese Zeit kaum von denen in der DDR. Aber: Die Öffentlichkeit erfährt davon.
14.05.1975
Arbeitstagung für mittlere medizinische Fachkräfte der Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie in der Bezirksnervenklinik Brandenburg
23.06.1975
Gründung weiterer thematischer Arbeitsgemeinschaften in der Gesellschaft für Psychologie und Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie der DDR
  • „Gesprächspsychotherapie“
  • „Verhaltenstherapie“
16.10.1975
III. Kongreß der bulgarischen Neurologen, Psychiater und Neurochirurgen in Sofia
16.–18. Oktober: Hauptthemen: 1. Dystrophische und Stoffwechselkrankheiten des ZNS und des Muskelsystems. 2. Neurosen — pathogenetische, klinische, psychologische, soziale u. a. Aspekte. 3. Raumfordernde Prozesse der hinteren Schädelgrube
16.12.1975
VI. Allunionskongress der Neurologen und Psychiater der UdSSR in Moskau
16.–20. Dezember: Die vier Hauptthemen des Kongresses waren folgende: 1. Gefäßprozesse des Nervensystems. Unter diesem Thema standen insbesondere folgende Probleme zur Diskussion: Die pathogenetischen Mechanismen des Schlaganfalls, transitorische Störungen der zerebralen Durchblutung, Epidemiologie zerebrovaskulärer Erkrankungen. Im einzelnen wurden Fragen der Diagnostik, der Behandlung, Prophylaxe und Arbeitsfähigkeit bei Patienten mit Gefäßstörungen des Nervensystems behandelt. 2. Schizophrenie. Die Berichte bezogen sich auf den gegenwärtigen Stand der Schizophrenielehre, besonders in bezug auf psychopathologische, klinische und biologische Aspekte. Fragen der Epidemiologie und Behandlung der Schizophrenie nahmen breiten Raum ein. 3. Genetik nervaler und psychischer Störungen. Es erfolgten Beiträge zu genetischen Faktoren bei verschiedenen nervalen und psychischen Erkrankungen und hereditären Krankheiten des ZNS und des neuromuskulären Systems. 4. Die Organisation der psychiatrischen und neurologischen Betreuung. Die Berichte gaben Einblick in die Organisation und die verschiedenen Formen der Rehabilitation psychisch Kranker und neurologischer Patienten und den Ausbau der Dispensaire-Betreuung.
01.01.1976
Forschungsprojekt „Psychonervale Störungen“ wird bis 1980 weitergeführt
Klaus Weise führt den Teilbereich „Funktionelle und psychisch bedingte Krankheiten und Störungen“ innerhalb des vom Gesundheitsministerium geförderten Forschungsprojektes „Psychonervale Störungen“ bis 1980 weiter.
1976
Ausgewählte Publikationen des Jahres
1976
Entwicklung „Abgestuftes System der Diagnostik und Therapie neurotisch-funktioneller Störungen“
1976
Sektionierung psychiatrischer Betreuungseinrichtungen an der Psychiatrischen Klinik der Karl-Marx-Uni Leipzig
1976
Psychodynamisch orientierte Psychotherapie an der Charité
In der Psychotherapeutischen Abteilung der Charité in Berlin kommt es zur praktischen Anwendung psychodynamisch orientierter Psychotherapie.
1976
2. Jahreshälfte: Konzept für Seelsorge-Ausbildung in der Evangelischen Kirche
Der Leiter des Diakonischen Qualifizierungszentrums beim Diakonischen Werk der Evangelischen Kirchen, Pfarrer Wilfried Schulz, konzipiert gemeinsam mit Werner Becher und Infrid Tögel eine Seelsorge-Ausbildung in der Evangelischen Kirche.
1976
Juli: Habilitationsverteidigung von Christoph Schwabe
01.08.1976
Triumph bei Olympia
Im Medaillenspiegel der Olympischen Sommerspiele von Montreal belegt die DDR hinter der UdSSR und vor den USA den zweiten Platz. Gleiches wiederholt sich 1988 bei den Sommerspielen in Seoul. Zur Steigerung ihres internationalen Ansehens fördert die DDR intensiv Leistungssportler, z. T. auch mit Doping.
02.10.1976
IV. Symposion der Kinderpsychiater sozialistischer Länder in Moskau
2.–4. Oktober: Thematik: Neurosen im Kindesalter, Unterthemen: Nosologische Kriterien der Neurosen im Kindesalter, Epidemiologie, Klinik, Fragen der Ätiologie und der Pathogenese, diagnostische Methoden, neurosenähnliche Störungen im Kindesalter, Differentialdiagnose, Therapie, Rehabilitationsformen
06.11.1976
Wolf Biermann wird ausgebürgert
Der regimekritische Sänger darf nach einem Gastspiel in Köln nicht in die DDR zurückkehren. Er wird ausgebürgert. Zahlreiche weitere DDR-Schriftsteller und Künstler protestieren und verlassen z. T. das Land.
1976
8. – 10. November: 8. Jahreskongress der GÄP in Dresden
mit internationaler Beteiligung sowie Neuwahl des Vorstandes. Veröffentlichung der „Prager Thesen der Psychotherapeuten der sozialistischen Länder“
1977
Kaffeekrise
Es kommt zu Versorgungsschwierigkeiten mit Kaffee.
1977
Ausgewählte Publikation des Jahres
10.03.1977
Gründung der „Regionalgesellschaft für Ärztliche Psychotherapie des Bezirkes Erfurt“
unter Leitung von Michael Geyer. Es entsteht damit die erste Regionalgesellschaft der DDR, Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung inkl. Balint-Gruppenarbeit.
21.10.1977
Stiftung des „Karl-Bonhoeffer-Preises“ der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR
22.10.1977
Internationaler Kongress der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR in Karl-Marx-Stadt
20.–22. Oktober: Rahmenthema: Konzeptionen und Modelle der langfristigen Betreuung in der Nervenheilkunde; 4 Hauptthemen und Rundtischgespräch in Kooperation mit der Gesellschaft für Allgemeinmedizin der DDR und der Gesellschaft für Rehabilitation der DDR
1977
25. – 28. Oktober: V. Kühlungsborner Arbeitstagung der Klinischen Psychologen
26.10.1977
Internationale Konferenz der Sektion Innere Militärmedizin der Gesellschaft für Militärmedizin in Kooperation mit der Pharmakologischen Gesellschaft der DDR
Rahmenthemen: — Psychophysische Leistungsfähigkeit und Landesverteidigung — Möglichkeiten und Grenzen der Beeinflussung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit durch Pharmaka — Methoden zur Objektivierung des Einflusses von Pharmaka auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit — Möglichkeiten der Beeinflussung neuraler adaptiver Prozesse durch Pharmaka — Der Einfluß von Anabolika auf die psychoysische Leistungsfähigkeit — Psychopharmaka und Leistungsfähigkeit
13.12.1977
Johannes Helm verteidigt seine Habilitation zur Gesprächstherapie
1978
Vorstandssitzung der GÄP
mit einer Fortführung der 1977 begonnenen Diskussion um die Psychoanalyse
1978
Ausgewählte Publikationen des Jahres
 
1978
1978 – 1979: Gründung einer Fallbesprechungsgruppe (Problemfallseminar) für Seelsorger
der DDR-Kirchen (Leitung: Wilfried Schulz und Infrid Tögel)
1978
10. – 11. April: Klausurtagung der Vorsitzenden der 13 regionalen Arbeitsgemeinschaften und Regionalgesellschaften der GÄP in Winterstein
14.04.1978
Bildung der Arbeitsgemeinschaft „Psychotherapeutisches Gespräch“
innerhalb der GÄP der DDR
1978
Frido Mann, Enkel des Schriftstellers Thomas Mann, kommt als Gastdozent für Psychologie an die Karl-Marx-Universität in Leipzig und lehrt auch als Gastdozent in Prag
Zuvor: Studium der Musik, Theologie, Philosophie und Psychologie
25.05.1978
Interdisziplinäre forensisch-psychiatrische Tagung an der der Humboldt-Universität Berlin
25. und 26. Mai: Themen: Psychiatrisch-psychologisch-strafrechtliche Probleme der Jugendkriminalität sowie Psychiatrisch-psychologisch-strafrechtliche Probleme des Verschuldens
1978
August: Verabschiedung der gesetzlichen Regelung des Zweitfacharztes für Psychotherapie
1978
20. – 23. September 1978: „Karat“ gewinnt Grand Prix:
Beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden erringt die Rockmusikgruppe mit ihrem Lied: „Über sieben Brücken musst du geh’n“ den ersten Preis. Es wird auch in Westdeutschland sehr populär, wo die Gruppe – ebenso wie andere DDR-Künstler – verschiedentlich auftritt.
20.10.1978
Konstituierende Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Geschichte der Psychiatrie
20. und 21. Oktober: Auf Beschluss des Vorstandes der Gesellschaft für Geschichte der Medizin der DDR wurde innerhalb der genannten Gesellschaft eine Arbeitsgemeinschaft "Geschichte der Psychiatrie" – Leiter Ulrich Trenckmann – gegründet. Die konstituierende Tagung fand in Bernburg statt mit Vorträgen zum Stand und den Aufgaben der Wissenschaftsgeschichtsschreibung des Fachgebietes. "Einen besonderen Akzent auf die Frage der Traditionspflege erhielt die Veranstaltung durch Besichtigung und anschließender konzeptioneller Diskussion der psychiatriehistorischen Sammlung, einschließlich der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus des Krankenhauses."
21.11.1978
Gründung der „Regionalgesellschaft für Ärztliche Psychotherapie des Bezirkes Potsdam“
Es entsteht die zweite psychotherapeutische Regionalgesellschaft der DDR unter Leitung von Seefeldt.
Programm der Gründungsveranstaltung der GäP-Regionalgesellschaft Dresden im Jahr 1979. BArch, DQ 123/2
29.11.1978
„John-Rittmeister-Medaille“
29.11.1978
Herbsttagung der Medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie Magdeburg
Rahmenthema: Therapie in der Kinderneuropsychiatrie
1979
Ausgewählte Publikationen des Jahres
1979
Zentrale Weiterbildungs-Veranstaltungen in Verhaltenstherapie sowie Selbsterfahrung in Leipzig (Christa Kohler)
1979
Beginn der kontinuierlichen curricularen postgradualen Ausbildung in Gesprächspsychotherapie und Verhaltenstherapie
1979
Inkrafttreten des Gesetzes und Implementierung des „Facharztes für Psychotherapie“ in Facharztausbildung
1979
Ablehnung des Vorschlages zur Gründung einer Sektion für Einzeltherapie
Vorschlag der GÄP, eine Sektion Einzeltherapie mit drei AGs zu gründen: Gesprächs-, Verhaltenstherapie und psychodynamische Psychotherapie, der nicht realisiert wurde
16.05.1979
V. Brandenburger Schwesterntag
alljährliche zentrale Veranstaltung für die Krankenschwestern der Fachdisziplinen Psychiatrie und Neurologie
28.05.1979
Zweite Tagung der Arbeitsgruppe „Geschichte der Psychiatrie und Neurologie“ in Brandenburg
Thema: Die Entwicklung ambulanter und extramuraler Betreuungsformen in der Psychiatrie
1979
Dokumentation von Höck: „30 Jahre Psychotherapie in der DDR“
1979
September: Einrichtung eigener Forschungsabteilung im Haus der Gesundheit Berlin unter Leitung von Dr. Helga Hess
1979
11. – 13. September: 9. Jahreskongress der GÄP in Leipzig (Leitung: Alfred Katzenstein) und Neuwahlen des Vorstandes
13.10.1979
Helga Hess erhält den Rudolf-Virchow-Preis
1979
17. – 19. Oktober: 3. Internationales Symposium der sozialistischen Länder für Psychotherapie in Leningrad
1979
17. – 19. Oktober: Beginn der offiziellen Seelsorge-Ausbildung in der evangelischen Kirche
16.11.1979
Gründung AG „Psychosomatische Gynäkologie und Geburtshilfe“
in der Frauenklinik der Medizinischen Akademie Magdeburg unter Leitung von Paul Franke
07.12.1979
Arbeitstagung anlässlich des 10jährigen Bestehens des Fachkrankenhauses für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Vitzenburg/Unstrut
Wissenschaftliche Tagung zum Thema: "Die Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen"
28.12.1979
Schneekatastrophe
72-stündiger Schneesturm im Norden der DDR, die Temperaturen stürzen um 30 Grad Celsius. Die Insel Rügen ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten, Urlauber wie Einwohner sind „gefangen“.
1980
Ausgewählte Publikation des Jahres
  • "Psychotherapie - Integration und Spezialisierung" von H. Hess, W. König und J. Ott im Gustav Fischer Verlag, Jena
1980
Beginn der postgradualen „Buckower Ausbildungskurse“ in Gruppentherapie
Die Benennung erfolgt entsprechend des Veranstaltungsortes Buckow (ca. 60 km entfernt von Berlin). Es handelt sich und eine ein- bis zweimal jährlich stattfindende Veranstaltung mit dem Ziel u. a. der Etablierung der Gesprächspsychotherapie als eigenständiges Verfahren in der DDR (neben der IDG).
1980
Januar: Umbenennung der Psychotherapie-Abteilung am Haus der Gesundheit Berlin in „Institut für Psychotherapie und Neurosenforschung“ (IfPN)
1980
1980er Jahre: Entwicklung des Konzeptes der „Psychodynamischen Einzeltherapie“
Entwicklung des Konzeptes der „Psychodynamischen Einzeltherapie“ sowie Durchführung diverser Weiterbildungen (auch mit internationalen Gästen (Psychotherapeuten), z. B. Eva Reich, USA; David Boadella, England/Schweiz) in der Körpertherapie, Gestalttherapie und Transaktionsanalyse, Integration der körpertherapeutischen und gestalttherapeutischen Methode in das Konzept der Intendiert Dynamischen Gruppentherapie (Maaz).
20.02.1980
Konstituierende Sitzung des Vorstandes der Sektion Psychiatrie der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR in Leipzig
Festlegung der Vorstandsfunktionen: 1. Vorsitzender: Harro Wendt, Ärztlicher Direktor der Bezirksnervenklinik Uchtspringe, Stellvertretender Vorsitzender: Ehrig Lange, Direktor der Neurologisch-Psychiatrischen Klinik der Medizinischen Akademie "Carl Gustav Carus" Dresden, Schriftführer: Siegfried Schirmer, Ärztlicher Direktor der Bezirksnervenklinik Brandenburg
18.04.1980
Konstituierende Sitzung der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft Industrie- und Umweltneuropsychiatrie
Leiter: W. Glatzel, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Neurologie der Universität Halle-Wittenberg, Halle/S., Stellvertreter: Leiter: H.-J. Zeller, Arbeitsgruppe Industrieneurologie am Zentralinstitut für Arbeitsmedizin, Berlin, Sekretär: Berhard Kunath, Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Medizinischen Akademie Dresden, Dresden
1980
21. / 22. Mai: Symposium in Berlin mit internationaler Beteiligung anlässlich des 65. Geburtstages Alfred Katzensteins
Thema: „Stellung und Aufgaben der Psychotherapie im sozialistischen Gesundheitsschutz“
21.05.1980
VI. Brandenburger Schwesterntag
21.–22.05.1980: Veranstaltung der Gesellschaft für ihre mittleren medizinischen Fachkräfte
1980
6. – 12. Juli: 22. Welt-Kongress für Psychologie in Leipzig
Aus Anlass des 100. Jahrestages der Gründung des ersten psychologischen Laboratoriums in Deutschland durch Wilhelm Wundt findet der 22. Welt-Kongress für Psychologie in Leipzig statt (Leitung: Friedhart Klix).
1980
August: Solidarność-Bewegung in Polen
Die erfolgreiche Solidarność-Bewegung in Polen stellt den Machtanspruch der kommunistischen Parteien im gesamten Ostblock in Frage. Für DDR-Bürger wird die Einreise in die Volksrepublik Polen dadurch praktisch unmöglich.
31.10.1980
Gesamttagung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR in Berlin
In der Mitgliederversammlung werden die Gründung separater Sektionen Neurologie und Psychiatrie beschlossen. Dem internationalen Trend folgend, wird sowohl eine Differenzierung der Fachgebiete als auch der Fachgesellschaft vorangetrieben. Die Integration der Teilgebiete soll nicht aufgegeben werden. Grundsatzreferate: 1. Hans Szewczyk, Berlin: Medizinische Psychologie — Traditionsbeladenes Gebiet oder Ausdruck einer neuen Entwicklungsrichtung in der Medizin? 2. Harro Wendt, Uchtspringe: Aktuelle und perspektivische Fragen der Psychiatrie 3. Peter Feudell, Leipzig: Stand und Entwicklung der Neurologie 4. Gerhard Göllnitz, Rostock: Stand und Entwicklung der Kinderneuropsychiatrie
1981
Ausgewählte Publikationen des Jahres
  • „Psychotherapie und Grenzgebiete“ (Schriftenreihe, Nr. 1), Barth-Verlag, Leipzig (im Januar)
  • „Flucht in die Wolken“ von Sibylle Muthesius (Pseudonym) mit einem Vorwort von Kurt Höck
1981
Im Jahr 1981: Beschluss des Vorstands der GÄP zur „Gesprächspsychotherapie“ und „Verhaltenstherapie“
Überführung der Thematischen Arbeitsgruppen „Gesprächspsychotherapie“ und „Verhaltenstherapie“ in Sektionen der Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie der DDR.
02.01.1981
Teilprojekt »Differentielle Untersuchungen zur Gruppenpsychotherapie« am Haus der Gesundheit
Dem Institut für Psychotherapie und Neurosenforschung (IfPN) am Haus der Gesundheit Berlin unter Federführung von Kurt Höck und Helga Hess wird das Teilprojekt „Differentielle Untersuchungen zur Gruppenpsychotherapie“ des Forschungsprojektes „Psychonervale Störungen“ des Gesundheitsministeriums für den Zeitraum 1981–1985 übertragen.
1981
Auftrag GÄP zur Formulierung eines eigenen Standpunktes zur Psychoanalyse
1981
Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung zur Einführung des „Fachpsychologen (in) der Medizin“
13.03.1981
Symposium über „Detoxikationsverfahren bei neuropsychiatrischen Erkrankungen“ an der Nervenklinik des Be­reichs Medizin (Charité) der Humboldt-Universität
17.03.1981
Internationales Symposium über Entwicklungsaspekte in der Neurologie, Psychiatrie und Psychopathologie des Kindesalters an der Nervenklinik des Bereichs Medizin (Charité) der Humboldt-Universität Berlin
17.–19. März: Veranstalter: Sektion Kinderneuropsychiatrie der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR in der Zeit vom
1981
Gründung des „Psychodiagnostischen Zentrums“ (PDZ) in Ostberlin
1981
07. – 08. Mai: Tagung zum 125. Geburtstag von Sigmund Freud in Bernburg
20.05.1981
VII. Brandenburger Schwesterntag
Veranstaltung der Gesellschaft für die mittleren medizinischen Fachkräfte in der Neurologie und Psychiatrie
26.05.1981
Allunionskongress für Neurologie und Psychiatrie in Moskau
26.–30. Mai: Rahmenthemen: Organisation der psychiatrischen, narkologischen und neurologischen Versorgung der Bevölkerung. Neue Organisationsformen der psychiatrischen, narkologischen und neurologischen Hilfe und deren einzelne Abschnitte, Erhöhung der Effektivität psychiatrischer, narkologischer und neurologischer Einrichtungen. Methodische Aspekte der gerichtspsychiatrischen Begutachtung. 2. Derzeitige theoretische und methodologische Grundlagen der Lehre über Nerven- und psychiatrische Erkrankungen. 3. Alkoholismus: Pathogenese, Klinik, Verlauf. Epidemiologische Untersuchungen. Probleme der Therapie. 4. Angio-Neurologie Epidemiologie, Pathogenese, Methoden der Diagnostik, Therapie. 5. Erkrankungen des peripheren Nervensystems: Pathogenese, Diagnostik, Therapie.
03.06.1981
Vorstandsitzung der GÄP
Gründung der Regionalgesellschaft der Nordbezirke (Neubrandenburg, Rostock, Schwerin) unter Leitung von G. Brandenburg
1981
X. Parteitag der SED
"Ministerratsbeschluss, Direktive des Ministeriums für Gesundheitswesen (4.8.1981)", u.a. basierend auf den Ergebnissen des Projekts "Psychonervale Störungen" unter Klaus Weise.
02.11.1981
Erste Tagung der neu gegründeten „Sektion Psychiatrie“ innerhalb der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie in Brandenburg
Thema: Strategien zur Vermeidung von Hospitalismus bei akut psychisch Kranken
1982
Ausgewählte Publikation des Jahres
  • Freuds Werk „Trauer und Melancholie“ wird von Franz Fühmann und Dietrich Simon im Verlag Volk und Welt, Berlin, herausgegeben (Essaysammlung).
1982
Gründung der Sektion „Dynamische Einzelpsychotherapie“
innerhalb der GÄP (Leitung: Harro Wendt)    
1982
Beginn regelmäßiger gemeinsamer Seminare mit Psychotherapeuten aus Westdeutschland
In der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Diakoniewerks Halle starten unter Chefarzt Hans-Joachim Maaz regelmäßige gemeinsame Seminare mit Besuch westdeutscher und internationaler Psychotherapeuten (USA, Schweiz/England). Themen (bspw.): Körperpsychotherapie, Gestalttherapie, Transaktionsanalyse.
1982
2. – 4. März: 10. Jahreskongress der GÄP mit internationaler Beteiligung in Erfurt
1982
Gründung der Arbeitsgemeinschaft Geroneuropsychiatrie
23.03.1982
Bitte von Lothar Rohland an Michael Geyer
Lothar Rohland, Parteisekretär des Gesundheitsministeriums und Chef des Generalsekretariats der Medizinisch-Wissenschaftlichen Gesellschaften der DDR, bittet Michael Geyer in einem Brief, die Zusammenarbeit der sozialistischen Länder zu bewerten und Lösungen für die problematischen Fragen dieser Zusammenarbeit zu nennen. Wird von Michael Geyer als Einschüchterungsversuch gewertet und nur floskelhaft beantwortet.    
05.05.1982
Drittes Symposium der Psychiater sozialistischer Länder anlässlich des 100jährigen Gründungsjubiläums der Universitätsnervenklinik Leipzig
5.–7. Mai: Unter Leitung der Psychiatrischen Klinik des Bereiches Medizin der Karl-Marx-Universität Leipzig findet das 3. Symposium der Psychiater sozialistischer Länder statt. Rahmenthematik: "Wege zur Optimierung der psychiatrischen Versorgung – historische, strukturelle und ethische Aspekte"
20.05.1982
VIII. Brandenburger Schwesterntag
20.–21. Mai: Zentrale Veranstaltung für die Fachschulkräfte in der Psychiatrie und Neurologie
08.06.1982
Sektion Dynamische Einzelpsychotherapie
Konstituierende Sitzung des Vorstandes der zu bildenden Sektion „Dynamische Einzelpsychotherapie“ (Leitung: Harro Wendt).
23.09.1982
Zehntes Donau-Symposium für Psychiatrie in Magdeburg
23.–25. September: Hauptthema: Neurobiologische Aspekte in der Psychiatrie — Grundlagen, Klinik, Therapie
1982
26. – 29. Oktober: IV. Symposium der Psychotherapeuten sozialistischer Länder in Potsdam
1982
26. – 29. Oktober: Internationale William-Preyer-Tagung in Jena
1982
8. – 11. November: Erste wissenschaftliche Tagung zur Gesprächspsychotherapie in Ahrenshoop
1982
Dezember: Ein Psychotherapeut der Berliner Charité gibt sich als Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit den Namen „Sigmund Freud“
1983
Ausgewählte Publikationen des Jahres
  • „Psychotherapie bei somatischen Erkrankungen und Funktionsstörungen“ von Helmut Kulawik im Gustav Fischer Verlag, Jena
  • „Forschung und Praxis in der Gesprächspsychotherapie“ von Inge Frohburg (Hrsg.) bei Gesellschaft für Psychologie der DDR, Berlin
  • „Therapeutic Behavior Modification“ von Johannes Helm & Allen Eric Bergin (Hrsg.) im VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin
1983
Arbeitstagung der Sektion „Dynamische Einzelpsychotherapie“ zur „Psychotherapeutischen Traumbearbeitung“
1983
11. – 14. Januar: 6. Kongress der Gesellschaft für Psychologie der DDR
25.02.1983
Erste Arbeitstagung der Sektion Dynamische Einzelpsychotherapie
19.05.1983
IX. Brandenburger Schwesterntag
19.–20. Mai: Zentrale Veranstaltung der Gesellschaft für die medizinischen Fachschulkräfte
24.05.1983
VII. Symposium der sozialistischen Länder Europas über psychiatirische Rehabilitation
24.–27. Mai: Anlässlich des 20. Jahrestages der Veröffentlichung der Rodwischer Thesen findet in Rodewisch das VII. internationale Symposium zur psychiatrischen Rehabilitation statt. Es entsehen die "Rodewischer Thesen 1983". Sie "unterstützen die offiziellen staatlichen Entwicklungsprogramme der Psychiatrie" und präzisieren die Aufgaben und die Zielstellungen der psychia­trischen Rehabilitation.
1983
Importeinschränkungen im Gesundheitswesen
Die DDR-Medizin ist von Technik- und Medikamentenimporten aus dem Westen abhängig. Doch es fehlen Devisen. Mecklinger verhängt einen Importstopp für nicht unbedingt notwendige Waren. Das Gesundheitswesen muss zusätzlich Devisen erwirtschaften. Die DDR verkauft Blutprodukte, testet westliche Medikamenten und verkauft andere Gesundheitsleistungen gegen harte Währung.
05.10.1983
Arbeitstagung „Psychopathologie und Psychotherapie psychischer Erkrankungen im Jugendalter“ in Halle
25.10.1983
Udo Lindenberg gibt sein einziges DDR-Konzert vor dem Mauerfall
Eingeleitet hat den Auftritt FDJ-Chef Egon Krenz – und zwar als „Friedenskonzert“, da der despektierliche Songtext Lindenbergs „Sonderzug nach Pankow“ SED-Chef Honecker verärgert hatte.
1983
November: Das „Telefon des Vertrauens“
Nach dem Vorbild des Moskauer Vertrauenstelefons wird das erste "Telefon des Vertrauens" (TdV) der DDR durch den Sekretär der SED-Bezirksleitung Roland Wötzel und Kreisarzt Heinz Metzig der Stadt Leipzig, eingeführt. Genauso wie in Moskau erfolgt die telefonische Betreuung von 17-24 Uhr durch Psychologen. Quelle: Grashoff, U. (2018). Suizidprävention per Anruf: staatliche Telefone des Vertrauens und kirchliche Telefonseelsorge in der DDR. In E. Kumbier, and H. Steinberg (Hrsg.) Psychiatrie in der DDR. be.bra Wissenschaftsverlag, Berlin.  
15.11.1983
Gesamttagung der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie in Magdeburg
15.—17. November, Rahmenthema: Integrative und interdisziplinäre Aspekte der Nervenheilkunde, insbesondere Konzeptionen und Modelle des Zusammenwirkens der neurologischen und psychiatrischen Facheinrichtungen einschließlich der Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters mit den benachbarten medizinischen Disziplinen in der stationären und ambulanten Betreuung. Neben den bereits bestehenden Sektionen für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters und für Medizinische Psychologie nahmen die neu gegründeten Sektionen für Psychiatrie und Neurologie ihre Arbeit auf.
09.12.1983
Tod von Ehrig Warteggs
1984
Ausgewählte Publikation des Jahres
  • „Psychodynamische Kurztherapie“ von Helmut Kulawik in der Reihe „Beiträge zur Klinischen Neurologie und Psychiatrie“, herausgegeben von Karl Seidel im VEB Georg Thieme Verlag, Leipzig
1984
Einführung von Ausbildungsgängen für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten
     
1984
19. – 23. März: Einführung der Weiterbildung in „Dynamischer Einzeltherapie“
21.03.1984
Internationale wissenschaftliche Veranstaltung zu Ehren von Karl Leonhard an der Psychiatrischen- und Nervenklinik des Bereiches Medizin (Charité) der Humboldt-Universität
Thema: „Klassifikation der endogenen Psychosen"
10.05.1984
Die Sowjetunion boykottiert die Olympiateilnahme in Los Angeles
19 Länder des Ostblocks schließen sich an, darunter die DDR. Die USA verweigerte ihre Teilnahme zuvor bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau.
1984
Juli: Begegnung von ost- und westeuropäischen Psychologinnen und Psychologen in Szeged (Ungarn)
im Rahmen von Internationaler Arbeitstagung
1984
Juli: Ausschluss des Psychologen Hans R. Böttcher aus der SED
27.09.1984
14. Jenaer Tagung für mittlere medizinische Fachkader in Gera
Rahmenthema: Psychologische Aspekte der Betreuung Nervenkranker
1984
Oktober: Vortrag Christa Wolfs auf einer Tagung der Arbeitsgruppe für Psychosomatische Gynäkologie
Thema: „Krankheit und Liebesentzug – Fragen an die psychosomatische Medizin“
1984
Oktober: Inge Frohburg führt einen Ausbildungskurs zur Gesprächspsychotherapie am Bechterew-Institut in Leningrad durch
1984
10. – 12. Oktober: Internationales Psychotherapie-Symposium in Dresden
als „Erweiterte Sitzung des Vorstandes der International Federation for Medical Psychotherapie“ (IFP), unter anderem mit Carl Nedelmann, Wolfgang Senf, Elmar Brähler als Gästen
1985
Ausgewählte Publikationen des Jahres
  • „Das ärztliche Gespräch. Allgemeinpsychotherapeutische Strategien und Techniken“ von Michael Geyer im Verlag Volk und Gesundheit, Berlin, (2., überarb. Aufl. 1990) (Mai)
  • „Traumbearbeitung“ von Harro Wendt (Hrsg.) in der Schriftenreihe „Beiträge zur Klinischen Neurologie und Psychiatrie“ hrsg. von Karl Seidel im VEB Georg Thieme Verlag, Leipzig (Juni)
1985
Habilitationsverteidigung Inge Frohburgs
Inge Frohburg verteidigt ihre Habilitation zur Gesprächspsychotherapie-Ausbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin
1985
Beginn der Ära Gorbatschow
1985
26. – 28. März: 11. Psychotherapiekongress der GÄP mit internationaler Beteiligung in Neubrandenburg zum 25. Jahrestag der Gründung der GÄP
1985
Gründung der Arbeitsgemeinschaft für Katathymes Bilderleben (AGKB-DDR) Katathymes Bilderleben
21.05.1985
XI. Brandenburger Schwesterntag
21.–22. Mai: Zentrale Veranstaltung der Gesellschaft für die in der Neurologie und Psychiatrie tätigen medizinischen Fachschulkräfte, Themen: Situation chronisch Kranker und zum geschützten Wohnen, zur Rollenanforderung im psycho- und soziotherapeutischen Prozess und bei der Begegnung mit Suizidenten; Themen zur pflegerischen Sorgfaltspflicht und zur Krankenhaushygiene.
1985
Juni: Horst Kächele zu Gast an der Karl-Marx-Universität Leipzig
Der Psychoanalytiker und Psychotherapieforscher Horst Kächele (Ulm) ist zu Gast für einen Vortrag und Workshop zum Thema „Psychoanalyse heute“ an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Noch im gleichen Jahr können 50 Exemplare des gerade erschienenen, von Horst Kächele und Helmut Thomä verfassten „Lehrbuch der Psychoanalytischen Psychotherapie“, Bd.1 inoffiziell unter interessierten Kollegen in der DDR verteilt werden. Horst Kächele kommt von nun an auch im privaten Rahmen jährlich zu Vorträgen und Seminaren nach Leipzig.
11.06.1985
Gründung der Arbeitsgruppe „Psychotherapie in der Psychiatrie“
Auf Beschluss des Vorstandes der Sektion Psychiatrie wird eine Arbeitsgruppe „Psychotherapie in der Psychiatrie" gegründet. Als Leiter der Arbeitsgruppe wird Klaus Weise berufen. Stellvertreter ist Hans Eichhorn, Sekretär und Schriftführer Otto Bach.
1985
14. – 17. Oktober: In Budapest findet das V. Symposium der Psychotherapeuten sozialistischer Länder statt
18.10.1985
Arbeitssymposium über „Aktuelle Aspekte der Neuropsychopharmakotherapie“
18.–19. Oktober: Die Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychiatrische Pharmakotherapie der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR veranstaltet in Verbindung mit der Thüringer Gesell schaft für Psychiatrie und Neurologie ein Arbeitssymposium über „Aktuelle Aspekte der Neuropsychopharmakotherapie" in Jena. Rahmenthemen 1. Methodologisch-methodische Fragen der Pharmakopsychiatrie 2. Trends in der psychiatrischen Pharmakotherapie 3. Ausgewählte Ergebnisse gegenwärtiger Untersuchungsvorhaben
30.10.1985
Hanscarl Leuner erstmals zu Gast in der DDR
und hält an der Universitätsnervenklinik Halle Referate und Seminare zum Katathymen Bilderleben
01.01.1986
Letzte Initiierung des Forschungsprojektes „Psychonervale Störungen“ bis 1990
Für den Zeitraum bis 1990 wird das Forschungsprojekt „Psychonervale Störungen“ mit mehreren Teilprojekten für die Psychotherapieforschung sowie Schwerpunkten am Haus der Gesundheit (Höck) und der Abteilung für Psychotherapie und Neurosenforschung an der Karl-Marx-Universität (Geyer) ein letztes Mal initiiert.
1986
Ausgewählte Publikation des Jahres
  • "Forschung und Praxis in der Gruppen-Gesprächspsychotherapie: Beiträge zur 2. Wissenschaftlichen Tagung der Sektion Gesprächspsychotherapie der Gesellschaft für ärztliche Psychotherapie der DDR, TAG Gesprächspsychotherapie der Gesellschaft für Psychologie der DDR, 14.-15.4. 1986 in Leipzig" von I. Frohburg (Hrsg.), Gesellschaft für Psychologie der DDR.
1986
Jürgen Ott verlässt die DDR nach bewilligtem Ausreiseantrag
07.04.1986
Gedenksitzung anlässlich des 80. Geburtstages von Rudolf Lemke
an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Neurologie „Hans Berger" in Verbindung mit der Thüringer Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie
1986
14. – 16. April: Zweite wissenschaftliche Tagung zur Gesprächspsychotherapie in Leipzig
1986
29. – 30. April: Erweiterte Vorstandssitzung der GÄP
In deren Folge der Volkswirtschaftsplan 1986 bis 1990 erstmalig das Fachgebiet Psychotherapie enthält.    
1986
24. – 29. August: 9. Internationaler Gruppenpsychotherapiekongress in Zagreb, Jugoslawien/Kroatien zum Thema „Entwicklungen und Übergänge in einer sich schnell veränderlichen Umgebung. Eine Herausforderung für Gruppentherapeuten“
08.09.1986
Gemeinschaftstagung der Sektion Psychiatrie der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR und der Arbeitsgemeinschaft „Organisation und Leitung psychiatrischer Einrichtungen“
8.–11. September in Neubrandenburg
14.11.1986
Vierter zentraler Erfahrungsaustausch therapeutischer Gruppen und Klubs abstinent lebender Alkohol- und Medikamentenabhängiger der DDR
14.–15. November in der Bezirknervenklinik Brandenburg
1987
Ausgewählte Publikation des Jahres
  • „Marxismus und Psychoanalyse: Eine ideologiegeschichtliche Studie zur Diskussion in Deutschland und der UdSSR, 1919-1933“ von Siegfried Kätzel im Deutschen Verlag der Wissenschaften, Berlin
1987
Einführung der Weiterbildung „Qualifikation in Psychotherapie für Fachärzte klinischer Disziplinen“
1987
Februar: Grundsatzrede Honeckers
Erich Honecker hält eine politische Grundsatzrede und vertritt die Überzeugung, die Perestroika Gorbatschows habe keine Bedeutung für die DDR mehr, da sich die 1970 begonnene Umorientierung in der Volkswirtschaft bereits bestens bewährt habe.
1987
Briefveröffentlichung von Arnold Zweig an Sigmund Freud
Anlässlich des 100. Geburtstages von Arnold Zweig werden in Heft 6/87 der Zeitschrift „Sinn und Form“ Briefe von Arnold Zweig an Sigmund Freud abgedruckt.
24.04.1987
II. Kongreß für Psychiatrie der sozialistischen Länder
24.-26. April in Varna (Bulgarien), Wissenschaftliches Programm-. 1. Psychopathologie des höheren Lebensalters. 2. Humanitäre und ethische Probleme der Psychiatrie. 3. Varia
1987
28. – 30. Mai: Psychotherapiesymposium der Regionalgesellschaft des Bezirkes Potsdam
Thema: „Angst und Angstbewältigung als interdisziplinäres Problem und psychotherapeutisches Anliegen“ sowie Vortrag von Christina Schröder „Angst als Kernproblem der Neurose in der Entstehungsgeschichte der psychodynamischen Therapie“
29.07.1987
Die „Zeitschrift für Klinische Medizin“ bietet der GÄP die eigenständige Gestaltung eines Themenheftes „Psychotherapie“ an
1987
28. – 30. September: Internationales Psychotherapie-Symposium in Erfurt
Thema „Der Therapie- und Ausbildungsprozess. Forschung und Praxis“, an dem mehr als 250 westdeutsche und Westberliner Psychotherapeuten teilnehmen – das Symposium geht in der Folge als die „vorgezogene Wiedervereinigung der Psychotherapeuten“ in die Geschichte der Psychotherapie im Osten ein.
1987
Körperpsychotherapeutische Seminare
Hans-Joachim Maaz organisiert in Halle/Saale regelmäßige klinikinterne Seminare mit Körperpsychotherapeuten, zu denen u.a. auch Eva Reich und David Boadella kommen (siehe auch Internationales Psychotherapie-Symposium, Erfurt)
1987
Beginn einer Psychodrama-Ausbildung in Dresden mit westdeutschen Ausbildern vom Morenoinstitut Überlingen
(siehe auch Internationales Psychotherapie-Symposium, Erfurt)
1987
Oktober: Michael Geyer wird zum Generalsekretär der International Federation for Medical Psychotherapy (IFP) gewählt
12.10.1987
Brandenburger Fürsorgerinnentag
12.-14. Oktober: Zentrale Veranstaltung des Instituts für Weiterbildung mittlerer Medizinischer Fachkräfte für die in der Neurologie und Psychiatrie tätigen Fürsorgerinnen
12.10.1987
Viertes Arbeitssymposium für Neuropsychopharmakotherapie
30.-31. Oktober: Die Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychiatrische Pharmakotherapie der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR veranstaltet gemeinsam mit der Thüringer Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie das 4. Arbeitssymposium für Neuropsychopharmakotherapie. Themen: l. Aktuelle Trends in der Neuropsychopharmakotherapie 2. Antidepressive Therapie 3. Varia
19.10.1987
Haldenslebener Fürsorgerinnentag
Thema: Familientherapie in der Psychiatrie
1987
16. – 19. November: Experten-Tagung zur Gruppen-Gesprächspsychotherapie in Chorin
1988
Ausgewählte Publikationen des Jahres
  • „Psychotherapie-Ausbildung. Beitrag zur wissenschaftlichen Begründung von Zielstellungen, Inhalten und Methoden“ von Inge Frohburg in „Zeitschrift für Psychologie“, Suppl. 10
  • „Gruppen-Gesprächspsychotherapie. Grundbegriffe“ von Raimund Ködel &Inge Frohburg (Hrsg.) bei Gesellschaft für Psychologie der DDR, Berlin
1988
Beginn des Selbsterfahrungsangebots „Therapie für Therapeuten“ unter Hans-Joachim Maaz
04.01.1988
Internationale Psychopharmakologische Konferenz aus Anlaß der 30. Jahrestagung der Tschechoslowakischen Psychopharmakologischen Gesellschaft
4. bis 8. Januar, Rahmenthemen: 1. Psychopharmakologie in historischer Perspektive 2. Methoden und Konzeptionen 3. Psychotrope Drogen in der Medizin 4. Aktuelle Trends auf der interdisziplinären Ebene der Psychopharmakologie
1988
11. – 15. Januar: In Ferch am Schwielow-See findet ein Balint-Leiter-Seminar statt
31.01.1988
Zehntes INTERMOSG-Symposium „Experimentelle und Klinische Neurosen“
31. Januar–5. Februar: Die internationale Arbeitsgruppe INTERMOSG führt in der Zeit in Berlin (Charité — Lehrzentrum) das 10. INTERMOSG-Symposium durch. Rahmenthemen: 1. Theoretische Probleme der Pathologie der höheren Nerventätigkeit 2. Ontogenetische Aspekte der höheren Nerventätigkeit 3. Neurochemische, neuromorphologische und neuroimmunologische Mechanismen von Stress und pathologischen Prozessen der höheren Nerventätigkeit 4. Stress und Alkohol 5. Therapiekonzepte für „Psychonervale Störungen", Neurosen und psychosomatischen Erkrankungen
1988
25. Jahrestag der Verabschiedung der „Rodewischer Thesen“ von 1963
27.05.1988
Erstes Arbeitssymposium zu Fragen der „BrightLight“ (Phototherapie) in der Psychiatrie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Themen: 1. Grundlagen der „Bright-Light" Therapie 2. Ausgewählte klinische Fragen
11.06.1988
Gäste aus der DDR folgen Einladung nach Wien zu einem Vortrag über „Entwicklung der Psychotherapie in der Deutschen Demokratischen Republik“
Werner König und Michael Geyer folgen einer Einladung Harald Leupold-Löwenthals, Direktor des Sigmund-Freud-Museums Wien und Vorstandsmitglied der IPA mit Zuständigkeit für den "Ostblock" zu einem Vortrag in der Bibliothek des Sigmund-Freud-Museums über "Entwicklung der Psychotherapie in der Deutschen Demokratischen Republik" mit dem bereits seit zehn Jahren Gespräche über die Entwicklung der Psychoanalyse in der DDR stattfinden. Ablehnung der IPA gegenüber einer provisorischen Mitgliedschaft einer ostdt. Gesellschaft.
28.09.1988
Symposium in Uchtspringe anlässlich des 70. Geburtstags Harro Wendts
08.11.1988
Konstituierende Sitzung der Sektion „Spezielle Psychotherapie“ in Berlin (Vorsitz: Christoph Seidler)
  • neue Sektion als wissenschaftliche Heimat für Psychotherapie-Spezialisten (Fachärzte für Psychotherapie und spezialisierte Fachpsychologen in der Medizin)
  • Auseinandersetzung mit übergreifenden Therapietheorien, Ausbildungstheorien und Forschungsansätzen
1989
Ausgewählte Publikationen des Jahres
  • „Methodik des Psychotherapeutischen Einzelgesprächs“ von Michael Geyer im Barth-Verlag, Leipzig
  • „Sigmund Freud – Hirnforscher, Neurologe, Psychotherapeut“ von Ingrid Kästner & Christine Schröder bei Johann Ambrosius Barth, Leipzig
1989
Einführung des Facharztes für Psychotherapie als Erstfacharzt
1989
17. – 19. Januar: 12. Jahreskongress der GÄP mit internationaler Beteiligung in Berlin
30.01.1989
Lehrgang der Akademie für Ärztliche Fortbildung der DDR für Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt in der Bezirksnervenklinik Brandenburg
30. Januar–3. Februar, Thema: Morphologisch-topographische Grundlagen der Neurologie und Psychiatrie, Thematik: — Topographische Anatomie und Leitungslehre des ZNS (klinische Neuroanatomie) einschließlich Hirnpräparierkurs. — Neuropathologisch wichtige Krankheitsgruppen, Korrelation klinischer, paraklinischer und neuropathologischer Befunde.
25.05.1989
XIV. Brandenburger Schwesterntag
25.–26. Mai: Die alljährliche zentrale Veranstaltung für die Krankenschwestern der Fachdisziplinen Psychiatrie und Neurologie findet diesmal mit internationaler Beteiligung statt.
25.05.1989
Weiterbildungsveranstaltung der Bezirksnervenklinik Haldensleben in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation der Sektion Psychiatrie der Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie der DDR
Thema: „Zum Freizeitverhalten geistig Behinderter und psychisch Kranker". Die Veranstaltung richtet sich vorwiegend an Fürsorgerinnen, Gemeindeschwestern, ambulant und klinisch tätige Psychiater und Psychologen.
20.06.1989
Patienten- und Mitarbeiterkonferenz am BFKH Ueckermünde
20.–21. Juni: Das Bezirksfachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Ueckermünde (Direktor: Hans Eichhorn) veranstaltet eine landesweit ausgeschriebene Patienten- und Mitarbeiterkonferenz. Erstmalig wird der Versuch unternommen, auch Angestellte der Verwaltung, der Wirtschaft und der technischen Bereiche einzubeziehen. Folgende bis zur Konferenz noch genauer zu modifizierende Ausgangsthesen stecken den inhaltlichen Rahmen ab: 1. Wie demokratisch muß psychiatrische Pflege sein (Partnerschaft, Patientenräte)? 2. Von der Grundkrankenpflege zu Beziehungspflege 3. Kleingruppenarbeit in der Psychiatrie (Bezugsschwesternsystem) 4. Kultur und Freizeit im psychiatrischen Krankenhaus (Grundbedürfnisse) 5. Wohin mit den sexuellen Grundbedürfnissen?
1989
11. – 13. Juli: Freud-Symposium „Geschichte und Gegenwartsprobleme der Psychotherapie“ in Leipzig
An der Karl-Marx-Universität Leipzig findet das Freud-Symposium „Geschichte und Gegenwartsprobleme der Psychotherapie“ statt, gemeinsam organisiert vom Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften des Bereiches Medizin (Thom, Schröder) und der Gesellschaft für Psychotherapie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie (GPPMP, Geyer, König, Seidler, Maaz).
1989
2. Nationale Gesundheitskonferenz.
1989
Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums
Der Arzt Klaus Thielmann (SED) wechselt vom Hochschulministerium in das Gesundheitsmressort. Mecklinger geht auf eigenen Wunsch. Er hat das Vertrauen des Politbüros angesichts der desolaten Lage im Gesundheitswesen verloren.
09.09.1989
Gründung der Bürgerbewegung „Neues Forum“
1989
14. – 15. September: Umbenennung der GÄP in „Gesellschaft für Psychotherapie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie der DDR“ (GPPMP)“
1989
14. – 15. September: Vorstandsitzung der Gesellschaft für Psychotherapie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie (GPPMP) in Straußberg
15.09.1989
Fünftes Arbeitssymposium über Neuropsychiatrische Pharmakotherapie in Jena
Die Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychiatrische Pharmakotherapie der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie der DDR in Verbindung mit der Thüringer Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie veranstaltet das 5. Arbeitssymposium über Neuropsychiatrische Pharmakotherapie. Themen: Aktuelle Entwicklungslinien in der psychiatrischen Pharmakotherapie. Chrono biologie und chronomedizinische Therapiespezifik. Schlafstörungen und deren therapeutische Beeinflussung. "Bright-Light"-Therapie depressiver Erkrankungen.
1989
Herbst: Mitgliederversammlungen mehrerer Gliederungen der GPPMP verständigen sich darauf, als selbständige Vereinigungen weiterzuarbeiten
09.10.1989
Demonstrationen in Leipzig
Rund 70.000 beteiligen sich an einem Demonstrationszug durch die Leipziger Innenstadt. Die Großdemonstration verläuft gewaltfrei.
23.10.1989
II. Brandenburger Fürsorgerinnentag
23.–25.10.: Der zweite Brandenburger Fürsorgerinnentag des Instituts für die Weiterbildung mittlerer medizinischer Fachkräfte für die in der Psychiatrie und Neurologie tätigen Fürsorgerinnen findet in Brandenburg/Havel statt.
24.10.1989
Symposium zum Thema „Psychosoziale Faktoren im Arbeitsprozeß und Gesundheit“ in Dresden
24.–27. Oktober, Thema: Zum Freizeitverhalten geistig Behinderter und psychisch Kranker. Die Veranstaltung richtet sich vorwiegend an Fürsorgerinnen, Gemeindeschwestern, ambulant und klinisch tätige Psychiater und Psychologen.
27.10.1989
Mitgliederversammlung der AÄGP in Düsseldorf mit Gästen aus der DDR
Michael Geyer und Werner König nehmen als Gäste an der Mitgliederversammlung der AÄGP in Düsseldorf teil. Ein gemeinsames Symposium von GPPMP und AÄGP wird für 1990 geplant.
09.11.1989
Tag des Mauerfalls
1989
10. – 12. November: Eine größere Gruppe von DDR-Psychotherapeuten besucht den Kongress des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM) in Gießen
29.11.1989
Vorstandsitzung der GPPMP in Straußberg bei Berlin
04.12.1989
IV. Rostocker Psychiatrietage in Ahrenshoop
4.—6. Dezember: Die IV. Rostocker Psychiatrietage finden vom in Ährenshoop/Darß statt. Sie beschäftigen sich mit der Thematik "Depressive Erkrankungen: Diagnostische Konzepte und therapeutische Strategien".
13.12.1989
20jähriges Bestehens des Fachkrankenhauses für Kinder- und Jugendpsychiatrie Vitzenburg/Unstrut
Aus Anlaß des 20jährigen Bestehens des Fachkrankenhauses für Kinder- und Jugendpsychiatrie Vitzenburg/U. findet eine Weiterbildungsveranstaltung zum Thema: Die tägliche Arbeit mit geistig behinderten Kindern aus sozialpsychiatrischer Sicht, statt. Die Rahmenthemen sind: 1. Das geistig behinderte Kind im psychiatrischen Krankenhaus 2. Verhaltenstherapeutische Möglichkeiten zur positiven Beeinflussung geistig behinderter Kinder und Jugendlicher 3. Die Sexualität geistig behinderter Kinder und Jugendlicher.
1990
Rahmenkammergesetz
Beschluss des „Rahmenkammergesetzes“ – jedoch ohne Übernahme in den Einigungsvertrag
1990
8. – 13. Januar: Arbeitsgemeinschaft für Katathymes Bilderleben und imaginative Verfahren in der Psychotherapie
Die Arbeitsgemeinschaft für Katathymes Bilderleben und imaginative Verfahren in der Psychotherapie (AGKB) konstituiert sich in Reinhardsbrunn als DDR-Sektion der Internationalen Gesellschaft für Katathymes Bilderleben und imaginative Verfahren in Psychotherapie und Psychologie (IGKB). Beginn der Gründungen von psychoanalytischen Ausbildungsinstituten (Leipzig, später Jena, Berlin, Cottbus und Rostock).
27.01.1990
Tagung der neuen AG „Psychotherapie und Gesellschaft“
1990
März – September: „Strukturen“ der BRD werden in der DDR implementiert
  • Kassenärztliche Vereinigungen und Ärztekammern werden auf Länderebene gegründet
  • Staatliche Polikliniken werden infrage gestellt
  • Ärzte und Psychologen bereiten ihre Niederlassungen vor
 
03.03.1990
Außerordentliche Mitgliederversammlung der GPPMP
29.03.1990
Gründung des „Sächsischen Weiterbildungskreises für Psychotherapie, Psychoanalyse und Psychosomatische Medizin e.V.“
15.04.1990
Inge Frohburg erhält einen Ruf als Vertretungsprofessorin des Lehrstuhls für Gesprächspsychotherapie am Psychologischen Institut III der Universität Hamburg
02.05.1990
Gründung des „Sächsischen Instituts für Psychotherapie und angewandte Psychoanalyse e. V.“ in Leipzig – zugleich das erste psychoanalytische Institut in der DDR
1990
Mai: Diskussionen der Kassenärztlichen Vereinigung und Ärztekammer um ärztliches Berufsrecht
Kassenärztliche Vereinigungen (KV) und Ärztekammern diskutieren die Angleichung an das zu erwartende bundesdeutsche ärztliche Berufsrecht und die westlichen Weiterbildungsverordnungen und -richtlinien
1990
Mai – Dezember: Juristisch unselbständige Regionalgesellschaften der GPPMP schließen sich zu Ländergesellschaften zusammen
30.05.1990
Gründung eines gemeinsamen Ausschusses der Allgemeinen Ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie (AÄGP) und der GPPMP
09.06.1990
Gründung der „Gesellschaft für Psychiatrie und Nervenheilkunde in der DDR“
13.06.1990
Tagung des Weiterbildungsausschusses
Im Nachgang an diese Sitzung wird die sog. „12er-Kommission“ (von einigen auch „12er-Rat“ genannt, mit je sechs Mitglieder aus GPPMP und Berufsverband) gebildet, die vom Gesetzgeber als Sachverständigenkommission zur Beratung der KBV in strittigen Fragen der Qualifikation von Ost-Psychotherapeuten eingesetzt wird.  
30.06.1990
Währungsunion von BRD und DDR
01.09.1990
Klinik für Psychotherapie und Psychosomatischer Medizin
Die Universität Leipzig verleiht der Abteilung für Psychotherapie und Neurosenforschung wieder den Status einer eigenständigen „Klinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin“.
1990
25. – 27. September: 3. Symposium der Sektion Dynamische Gruppenpsychotherapie
Die letzte psychotherapeutische Veranstaltung der DDR ist dem 70. Geburtstag von Kurt Höck gewidmet.
03.10.1990
Wiedervereinigung Deutschlands
05.10.1990
Außerordentliche Mitgliederversammlung der GPPMP
Der Satzungsvorschlag des Vorstandes, welcher die GPPMP als Dachverband korporativ angeschlossener, juristisch selbständiger Gesellschaften empfiehlt, wird gebilligt.
17.10.1990
Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses von GPPMP und AÄGP in Köln
Ein Zusammenschluss von GPPMP und AÄGP als „Deutsche Gesellschaft für Psychotherapie“ mit drei Sektionen (Ärzte, Psychologen, Assoziierte Mitglieder) wird diskutiert.
1990
26. – 28. Oktober: Gemeinsames Symposium von AÄGP und GPPMP
in der Alten Börse in Leipzig unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit
03.11.1990
Auflösung der „Gesellschaft für Psychologie der DDR“
28.01.1991
Vorstellung 12er-Kommission
Die 12er-Kommission wird durch den Vorstand der GPPMP allen Kassenärztlichen Vereinigungen der neuen Bundesländer in den neuen Bundesländern vorgestellt, wird daraufhin überall aktiv und unterstützt die Kassenärztlichen Vereinigungen in strittigen Fragen der Qualifikation von Ost-Psychotherapeuten (siehe 13. Juni 1990).
16.02.1991
Krisensitzung der 12er-Kommission
10.05.1991
Mitgliederversammlung GPPMP
Die Sektion Medizinische Psychologie der GPPMP löst sich anlässlich einer gemeinsamen Tagung mit der Gesellschaft für Medizinische Psychologie (GMP) auf.
29.05.1991
Konferenz der Vorsitzenden aller Gliederungen der GPPMP
30.06.1991
Auflösung der Akademie für Ärztliche Fortbildung (der DDR)
1991
Juli: Michael Geyer wird offizielles Mitglied des PPP-Ausschusses der Bundesärztekammer
06.07.1991
Gründung der Deutschen Gesellschaft für analytische Psychotherapie und Tiefenpsychologie (DGAPT)
1991
Dezember: GPPMP beginnt sich im gesamten Bundesgebiet zu etablieren
1992
4. – 5. September: 13. Jahreskongress der GPPMP
Er findet an der Universität Leipzig mit 300 Teilnehmern statt.
1992
Dezember: GPPMP
Die GPPMP verzeichnet ca. 300 Einzelmitglieder und ca. 2.000 Mitglieder, die den zwölf korporativ angeschlossenen, juristisch eigenständigen Gesellschaften und Verbände angehören.
11.09.1993
Mitteldeutsches Institut für Psychoanalyse Halle e. V.
Die „Sächsisch-Anhaltinische Gesellschaft für Psychotherapie und psychosoziale Arbeit e.V.“ löst sich auf bzw. wird Teil des neu gegründeten „Mitteldeutschen Institut für Psychoanalyse Halle e. V.“.
1993
13. – 18. September: 1. Weimarer Psychotherapiewoche
Sie wird mit 300 Teilnehmern nach dem Vorbild der westdeutschen Psychotherapiewochen Lindau und Langeoog veranstaltet (später, Erfurter Psychotherapiewoche).
31.05.1994
Rundbrief der GPPMP
Der Rundbrief der GPPMP informiert über die erfolgreiche Mitwirkung der Gesellschaft an der Gestaltung des Psychotherapeutengesetzes und die bevorstehenden Änderungen in der psychotherapeutischen Ausbildung sowie die Planung eines gemeinsamen Kongresses mit der AÄGP (1995, Geyer (2011), S.683-685).
26.04.1996
Neuausrichtung der DGAPT
als eine eigenständige analytische und tiefenpsychologisch orientierte Fachgesellschaft unter Vorsitz von Hans-Joachim Maaz, sowie Gründung weiterer Sektionen:
  • Analytische Körperpsychotherapie
  • Psychodynamische Einzeltherapie
  • Das Weibliche in der Psychotherapie
  • Männliche Identität in Psychotherapie und Gesellschaft