Von den 150.000 psychiatrischen Betten, die in Deutschland vor 1933 existierten, stehen Mitte 1945 noch knapp 30.000, in der SBZ nur 6.000 zur Verfügung. Teile der psychiatrischen Einrichtungen werden von der Roten Armee oder als Infektionsabteilungen genutzt. Nur sehr langsam setzt eine Normalisierung der Anstaltsbehandlung ein. Ein Grund ist, dass das medizinische Personal in der Mehrzahl als belastet eingestuft wird und sich bewähren muss. Die Wenigsten werden wegen ihrer Beteiligung an den Patientenmorden während der NS-Zeit zur Verantwortung gezogen. Ende 1947 steigt die Zahl der psychiatrischen Betten in der SBZ mit 14.000 auf mehr als das Doppelte gegenüber 1945 an.